Mit verschiedenen Aktionen hat der Arbeitskreis Umwelt in Hildrizhausen am vergangenen Wochenende auf den Tag der Lebensmittelverschwendung aufmerksam gemacht.
Hildrizhausen - Einfach Lebensmittel mitnehmen und nichts dafür zahlen? Eine ganz neue Erfahrung für so manche Hausemer. Doch am vergangenen Sonntag war genau dies gefordert. Zum Tag der Lebensmittelverschwendung am 2. Mai hatte der Arbeitskreis Umwelt in Hildrizhausen nämlich ordentlich aufgefahren. Da gab es fünf Kisten Brot vom Vortag und Gemüse, das sehnlichst auf neue Besitzer wartete. „Die gute Tat besteht darin, die Lebensmittel zu retten“, erklärte Sophia Häußler vom Arbeitskreis am Infostand denjenigen, die verzweifelt nach einer Spendenbox suchten, in die sie Geld stecken konnten.
Der Tag der Lebensmittelverschwendung markiert den Tag, an dem in Deutschland nicht mehr für den Mülleimer produziert wird, sondern das Essen auch tatsächlich auf dem Tisch landet. Nach Angaben des WWF werfen die Deutschen rund 18 Millionen Tonnen an Lebensmitteln weg. Genau deswegen ist es dem Arbeitskreis Umwelt in Hildrizhausen auch so wichtig, auf den Tag aufmerksam zu machen. Sophia Häußler, die im Kreis auch bei Food-Sharing Aktionen aktiv ist, organisierte deshalb mit fünf weiteren Mitstreitern einen Infostand am Marktplatz in Hildrizhausen, an dem sonntägliche Flaneure sich an übrig gebliebenem Essen bedienen konnten. Ganz unterschiedlich reagierten dabei die Vorbeikommenden, erklärt Sophia Häußler. Die einen sind schockiert über die schiere Menge des Essens, das pro Tag in der Tonne landet. Die einen packten dankbar ihre Taschen voll und googelten gleich nach Rezepten, mit denen sie das Brot verarbeiten konnten. Andere trauten sich nur zaghaft zuzugreifen – zu ungewohnt war der Gedanke, Essen einfach umsonst mitzunehmen.
Bereits morgens um sieben gab es die erste Aktion
Doch nicht nur am Infostand machte das Umwelt-Team auf die Missverhältnisse in der Nahrungsmittelproduktion aufmerksam. Schon morgens um sieben ging es los und legten kleine Holztäfelchen mit Fakten zur Lebensmittelverschwendung dort aus, wo sich sonntags am ehesten Menschen tummelten. Wer dann morgens beim Bäcker in der Schlange stand, konnte sich direkt zu Gemüte führen, welche Leichen im Keller des menschlichen Nahrungsmittelkonsums liegen. Doch nicht nur Schreckensnachrichten verteilte das Team im Ort: Wer Glück hatte, fand auch an der ein oder anderen Stelle Obst und Gemüse, versehen mit kleinen Nachrichten des Arbeitskreises. Zu dieser Gelegenheit filmten die Umweltschützer außerdem ein Erklärvideo, das auf ihrem Blog einsehbar ist. Darin geben sie Tipps, wie jeder Einzelne dafür sorgen kann, dass weniger Lebensmittel im Müll landen.
Baumpflanzaktion findet am kommenden Samstag statt
Obwohl durch die Pandemie die Aktionen des Arbeitskreises in kleinem Rahmen gehalten werden müssen, versucht das Team aktiv zu bleiben: Noch immer läuft die Handysammelaktion, bei der alt gediente Handys bei den Mitgliedern des Arbeitskreises oder Jugendreferent Harry Sommer abgegeben werden können. Dorfputzaktionen können momentan allerdings nicht veranstaltet werden. „Immer, wenn Menschenansammlungen entstehen, wird die Umsetzung schwierig“, sagt Sophia Häußler über die Probleme bei der Konzeption solcher Events.
Am kommenden Samstag, 8. Mai, gibt es allerdings Teil zwei der Baumpflanzaktion, die bereits im letzten Jahr begonnen hat. Familien können dort einen Baum spenden, der mit Unterstützung des örtlichen Bauhofs und der Firma Landschaftsgartenbau Hahn eingepflanzt wird.