Rote Karte für Sektierer: Parteitagsteilnehmer bei einer Abstimmung in Heidenheim Foto: dpa

Die Landes-AfD hat in Heidenheim eine Richtungsentscheidung gefällt. Dennoch ist der parteiinterne Machtkampf zwischen Gemäßigten und Radikalen nicht ausgestanden, kommentiert Willi Reiners.

Heidenheim - Was will die AfD eigentlich sein? Eine völkisch-nationale Fundamentalopposition mit dem erklärten Ziel, die parlamentarisch-demokratische Ordnung abzulösen – und damit das ihr so verhasste „System der Altparteien“? Oder eine wertkonservativ-pragmatische Partei rechts von der Union, die sich an demokratische Spielregeln hält und versucht, Mehrheiten für ihre politischen Ziele zu organisieren?

Im Zeichen dieses Grundsatzstreits hat sich die Landes-AfD eine neue Führung gegeben. Das Resultat der Vorstandswahlen fiel nicht so klar zugunsten der Gemäßigten aus, wie mancher aus diesem Lager sich das erhofft haben mochte. Doch Bernd Gögel, neuer erster Landeschef neben dem gleichberechtigten Dirk Spaniel, stellte sich in einer sehr polarisierenden Rede gegen die radikaleren Kräfte. Das war mutig. Hätte er nicht mit derart offenem Visier gekämpft, sein ärgster Widersacher Emil Sänze wäre ihm wohl mit deutlich mehr als 60 Stimmen unterlegen gewesen.

So gesehen hat die AfD im Südwesten durchaus eine Richtungsentscheidung gefällt. Radikale Sektierer wie Stefan Räpple oder Wolfgang Gedeon, die von Sänze und anderen im Namen der Meinungsfreiheit gedeckt werden, stehen nicht repräsentativ für die AfD. Das wurde auf dem Parteitag mehr als deutlich. Eine überwältigende Mehrheit ist nicht länger bereit, ihnen jene Negativschlagzeilen zu überlassen, die dann das Bild der Partei prägen.

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