Wie zu Anfang gab es am Samstag beim Fest zum 20. Mensageburtstag Ofenschlupfer, der bei Mensamutter Cornelia Olbrich auf dem Tablett steht. Foto: Malte Klein

Diese Bilanz kann sich sehen lassen: Seit zwei Jahrzehnten engagieren sich Mütter ehrenamtlich in der Mensa am Eduard-Spranger-Gymnasium in Filderstadt-Bernhausen. Dieser runde Geburtstag war den Verantwortlichen nun ein kleines Fest wert.

Bernhausen - Mit Ofenschlupfer und Vanillesoße hat vor 20 Jahren alles angefangen. Das war das erste Gericht, das die Schüler in der Mensa im Eduard-Spranger-Gymnasium (ESG) in Bernhausen aßen. Daran erinnerte die ehemalige Elternbeiratsvorsitzende Cornelia Olbrich am Samstagabend beim Festakt in der Aula zum 20-jährigen Bestehen der Mensa in der Aula. Klar, dass es dabei auch Ofenschlupfer gab – als Dessert von einer Cateringfirma.

Die SPD-Stadträtin Olbrich gehört von Anfang an zum Mensa-Team. Damals hatte sie Kinder an der Schule. Nun hilft sie immer mit 170 Ehrenamtlichen, dass die Schüler im ESG mittags etwas Warmes essen. „Es macht mir Spaß, hier zu kochen, und es ist sinnvoll. Ein gemeinsames Essen stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl“, sagte sie. Besonders beliebt seien Spaghetti, Linsen mit Spätzle und Kaiserschmarrn.

Schüler vesperten damals auf der Treppe im Foyer der Schule in Filderstadt

Olbrich erinnerte sich, wie vor 22 Jahren alles mit der Planung begann: „Es fiel auf, dass während der Mittagspause der Schule Kinder aus Harthausen und Sielmingen im Foyer saßen und vesperten. Ihnen reichte es nicht, mit dem Bus nach Hause zum Essen und wieder zurück zu fahren.“ Darum überlegten Schüler, Lehrer und Olbrich, wie die Schüler etwas Gesundes zu Essen bekommen könnten.

Anfangs kochten die Eltern nicht selbst. „Dies tat damals der Küchenchef der Filderklinik in Bonlanden nach unserem Speiseplan“, sagte Olbrich. Die Eltern bereiteten aber schon damals Salate und Nachtische zu und spülten das Geschirr. Seit 2011 kochen die Mütter selbst in der neuen Mensa. Doch bis dahin war es ein langer Weg, erinnert sich die Rektorin Ursula Bauer: „Im Dezember 2008 haben wir die Stadtverwaltung und die Stadträte zum Essen eingeladen. Dabei sahen sie, dass viele Schüler zum Essen auf dem Boden oder der Treppe sitzen mussten.“ Die Mensa ihrer Schule sei wohl die einzige im Land, die rein ehrenamtlich betrieben werde. „Dass das ESG eine starke Gemeinschaft ist, spüren wir vor allem in der Mensa“, sagte sie und dankte dem Team.

Teils bis zum 400 Essen am Tag

Wie beliebt das Mensaessen und die Köchinnen sind, zeigte die Rede von Angelique Cantz und Lea Hägele von der Schülermitverwaltung. „Wir können Ihnen gar nicht oft genug danken“, sagte Cantz. Anfangs gab man nur 15 Essen pro Tag aus, doch durch die Ganztagsschule sind es nun deutlich mehr, an Montagmittagen im Winter sogar bis zu 400.

Doch die Mensamütter, sagte Olbrich, kochen nicht nur miteinander: „Dabei sind richtige Freundschaften entstanden. Außerdem fahren wir jedes zweite Jahr miteinander weg.“

Nach dem Fest am Samstagabend dankte Olbrich dem Caterer für das Mahl, inklusive Ofenschlupfer: „Glauben Sie, niemand kann besser als wir beurteilen, was das für ein Aufwand war.“ Sie selbst wird wieder am morgigen Dienstag am Herd in der Mensa am ESG stehen: „Dann kochen wir Nudeln mit Lachs in Sahnesoße“, verrät sie schon. Nachschauen muss sie dafür nicht. denn das Rezept hat sie im Kopf.

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