Mercedes hat bei den Neuzulassungen in Deutschland im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 9,8 Prozent erreicht. Foto: dpa/Sven Hoppe

Die deutschen Premiumhersteller verzeichnen 2023 Zuwächse im Heimatmarkt. Das Vorkrisenniveau aber wird nicht erreicht. Die Statistik zeigt auch, wie sich Chinas Hersteller geschlagen haben.

Fast jedes zehnte Auto, das in Deutschland 2023 neu zugelassen wurde, stammt von Mercedes-Benz. Laut Statistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) kamen 277 365 neue Mercedes auf die Straßen, was einem Marktanteil von 9,8 Prozent entspricht. Gegenüber dem Vorjahr erreichte der Stuttgarter Konzern eine Steigerung von 13,7 Prozent. Von den Premiummarken schaffte nur Audi mit rund 247 000 Autos einen größeren Zuwachs: plus 15,7 Prozent.

 

BMW erreichte gut 233 000 Neuzulassungen und legte damit um 11,2 Prozent zu. Porsche kam auf knapp 33 000 neue Autos im Heimatmarkt (plus 12 Prozent). Der Markt wird stark von den gewerblichen Zulassungen dominiert. Lediglich ein knappes Drittel ist in privater Hand, hier gingen die Zulassungen sogar um fast zwei Prozent zurück.

Das KBA verzeichnet insgesamt 2,84 Millionen Neuwagen, womit der Markt um 7,3 Prozent gegenüber 2022 wuchs. Wie der Verband der deutschen Autoindustrie (VDA) betont, fällt der Vergleich mit der Vorkrisenzeit jedoch deutlich negativ aus: 2023 wurden 21 Prozent weniger Autos in Deutschland neu zugelassen als 2019, im Jahr vor den Corona-Lockdowns.

Die meisten Neuzulassungen in Deutschland verzeichnet VW

Volumenstärkste Marke blieb VW mit 519 000 Neuzulassungen (Marktanteil 18,2 Prozent). Auch die beiden stärksten Importmarken, Skoda und Seat, gehören zum VW-Konzern. Die Zahlen der chinesischen Hersteller hingegen zeigen, dass ihr Angriff im deutschen Markt erst begonnen hat. So verzeichnet etwa BYD, das im vierten Quartal weltweit erstmals mehr Elektroautos verkauft hat als Tesla, lediglich 4139 Neuzulassungen. Bei Nio, das ein Netz von Akkuwechselstationen aufbaut, waren es nur 1263.

Der Anteil von reinen Elektroautos stieg um rund zehn Prozent auf 18,4 Prozent. Trotz der abrupt gestoppten staatlichen Förderung kamen im Dezember 54 700 E-Autos auf die Straßen, fast 10 000 mehr als im November. Zahlreiche Hersteller hatten die staatlichen Prämien selbst übernommen.