Beim Bürgerdialog im Feuerwehrmuseum wurde rege diskutiert. Foto: BGM (z)

Im Bürgerdialog im Feuerwehrmuseum Münster wurden die ersten Pläne der internationalen Architekturbüros fürs Projekt „Zukunft Münster 2050“ diskutiert.

Nächster Schritt im Projekt „Zukunft Münster 2050 – Quartiersentwicklung in der Moselstraße“. In einem Bürgerdialog im Feuerwehrmuseum wurden die ersten Entwürfe der internationalen Architekturbüros, die sich mit der städtebaulichen und architektonischen Planung befassten, vorgestellt und diskutiert.

 

Ziel der Veranstaltung war es, die Themen und Anregungen der Teilnehmer mit in die Werkstattsitzung zu nehmen und an die Architekten weiterzugeben. Das Projekt Zukunft Münster 2050, bei dem aus den bestehenden 170 Wohnungen an der Moselstraße in drei Bauabschnitten 230 Wohneinheiten werden sollen, ist damit nicht nur in die nächste Phase gestartet, sondern auch beispielhaft für die Beteiligung der Bürgerschaft und Mieter bei der Weiterentwicklung des Wohnungsbestandes der Baugenossenschaft Münster (BGM).

Entwürfe durchgecheckt

Angeleitet führten die etwa 70 Teilnehmenden an acht Moderationstischen einen Faktencheck der Entwürfe auf Grundlage der Leitsätze durch, die gemeinsam in der ersten Dialog- und Kommunikationsphase zur Auslobung zum Wettbewerb erarbeitet wurden. Nach dem Bebauungsplanverfahren soll Ende 2024/Anfang 2025 der Bauantrag gestellt werden, so dass der erste Bauabschnitt rechtzeitig zur Internationalen Bauausstellung 2017 (IBA ’27) fertig sein könnte..

Grazyna Adamczyk-Arns von der IBA-Projektleitung erklärte, dass es im Projekt Zukunft Münster 2050 nicht nur um das Wohnen allein gehe, sondern um die Entwicklung des genossenschaftlichern Wohnens der Zukunft. Sie nennt die IBA ’27 in Stuttgart einen „Ausnahmezustand auf Zeit“ und weist darauf hin, dass diese Zeit gut genutzt werden solle. Hier sei der Weg beziehungsweise der Prozess genau so wichtig wie das Ergebnis. „Das Besondere an diesem Projekt ist, dass von Anfang an unterschiedlichste Akteure im Austausch sind und diese gute Dialogkultur bis zur Fertigstellung und darüber hinaus gepflegt werden soll.“

Acht Entwürfe

Ulrich Neumann von der Project GmbH, die den Wettbewerb betreut, stellte die acht Entwürfe der teilnehmenden Architekturbüros vor. Die Pläne und Ideen der Architekten wurden gegenübergestellt und es wurde auf einzelne Besonderheiten eingegangen. Hierbei wurden besonders die unterschiedlichen Lösungsansätze der Themen Bauabschnitte, Städtebau, Einbettung ins Quartier, Mobilität/Verkehr, Freiraum und Gemeinschaftsräume, EG-Zonen sowie Innovation in den Fokus gestellt.

In Kleingruppen wurde dann näher auf die jeweiligen Entwürfe eingegangen. Hierbei wurden sowohl die Planungsgegenstände und Leitsätze diskutiert und drei zentrale Thesen erarbeitet, die in die Werkstattsitzung mitgenommen wurden. Es entstand ein reger und sehr konstruktiver Austausch.

Besonders intensiv wurde über Quartiers- und Nachbarschaftsplätze zur Begegnung und zum Austausch diskutiert sowie über Freiräume, die sich die Anwesenden in einer hohen Qualität und gut gestaltet für unterschiedliche Nutzungen wünschen. Ein weiteres wichtiges Thema war die Mobilität und die Parkierung von PKWs und Fahrrädern sowie die Umgestaltung beziehungsweise Umnutzung der Moselstraße als zentrale Achse im Quartier.

Rückmeldungen eingespeist

Die Rückmeldungen aus dem Bürgerdialog wurden am darauffolgenden Tag in die nicht-öffentliche Werkstatt mit den Architekten eingespeist. Auf der Grundlage der Rückmeldungen von Bürgerschaft und Jury werden die Entwürfe nun weiter überarbeitet und konkretisiert. Mitte Juli tritt die Jury erneut zusammen und kürt den Siegerentwurf für das neue Quartier in der Moselstraße. Am Vorabend der Jurysitzung am 12. Juli findet erneut ein Bürgerdialog statt.

„Beim Bürgerdialog im Juli haben die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, die Architektinnen und Architekten im persönlichen Austausch mit ihren Fragestellungen zu konfrontieren“, beschreibt Michael Rosenberg-Pohl, der geschäftsführende BGM-Vorsitzende einen wichtigen Punkt. „Dank des tollen Engagements unserer Mieterinnen und Mieter, der Bewohnerschaft des Stadtbezirkes und allen weiteren beteiligten Akteuren sind wir auf einem sehr guten Weg, das Quartier Münster 2050 in der Moselstraße gemeinsam zu gestalten.“

www.bg-muenster2050.de