Kann Kultur im Metropol-Gebäude bleiben? Nach Informationen unserer Zeitung schlägt die Stadt ein früheres Bankgebäude an der Kronprinzstraße zum Bouldern vor. OB Nopper spricht von mehreren alternativen Standorten.
Stuttgart - Kommt jetzt endlich Bewegung ins Ringen um die Zukunft des Metropol-Gebäudes? OB Frank Nopper (CDU), ein erklärter Befürworter für eine kulturelle Nutzung im früheren Stuttgarter Bahnhof, hat am Freitag gegenüber unserer Zeitung erklärt, dass man „mehrere Alternativstandorte“ für den Boulder-Sport in der Innenstadt gefunden habe. Seine Verwaltung habe „mit Nachdruck“ Räume gesucht, die über entsprechende Deckenhöhe verfügen. Außerdem seien mehrere Immobilienmakler von der Stadt eingeschaltet worden, um mit attraktivem Ersatz fürs Klettern der Element Boulders GmbH den Verzicht aufs Metropol schmackhaft zu machen.
Der vorgeschlagene Standort befindet sich beim Feinkost Böhm
Nach Informationen unserer Zeitung ist ein früheres Bankgebäude unweit von Feinkost Böhm an der Kronprinzstraße im Gespräch, fürs Bouldern künftig genutzt zu werden. Dieses Haus verfügt über hohe Decken und steht schon länger leer. Die Bank, die ausgezogen ist, soll noch immer Miete zahlen.
Wie der OB außerdem mitteilt, haben die Mieter des historischen Gebäudes noch immer keinen Bauantrag bei der Stadt gestellt. Nopper setzt auf Konsens. Einen guten Eindruck hat er von der Element Boulders GmbH sowie von der Union Investment als Gebäudeeigentümerin. „Wenn ich anrufe, treffe ich stets freundliche Gesprächspartner an“, sagte Nopper. Dennoch seien die Hürden, die beide Unternehmen für eine Lösung aufstellen, sehr hoch, bedauert er, „bei aller Wertschätzung für höfliche Umgangsformen.“ Offensichtlich sieht der Rathauschef nun die Eigentümer und die möglichen Mieter am Zug.
„In zwei, drei Tagen wissen wir vielleicht mehr“
Falk Zedler, einer der beiden Geschäftsführer der Element Boulders GmbH, bestätigte am Freitagabend gegenüber unserer Zeitung, aus dem Stuttgarter Rathaus zwei Alternativvorschläge für eine mögliche Kletterhalle erhalten zu haben. Noch sei es aber zu früh, um sich zu äußern, ob die genannten Standorte für das Unternehmen in Frage kommen. Man werde die Ideen von Nopper prüfen und sei weiterhin gesprächsbereit. Wichtig seien die Deckenhöhe und die Mietkosten. „In zwei, drei Tagen wissen wir vielleicht mehr“, sagte Falk Zedler.
OB Nopper unterstrich erneut, dass er sich für die „Nutzung durch ein Kino und/oder Kultur“ im Metropol-Gebäude einsetzt, sagte aber auch: „Wir geben unser Bestes, können aber nichts versprechen.“