Die Stadt täte gut daran, Alternativen zum Tourismuszentrum am Marktplatz zu sichten, bevor sie eine Entscheidung über die Nutzung des Breitling-Baus trifft, meint Redakteur Thomas Braun.
Stuttgart - Keine Frage: Das Konzept für ein Haus des Tourismus am Marktplatz hat einen gewissen Charme – zumal es die einzige, halbwegs konkrete Idee für eine Nachnutzung des Breitling-Baus ist, die bislang auf dem Tisch liegt. Doch genau da liegt auch die Schwäche des Plans: Er ist scheinbar alternativlos.
Genau hier setzt auch die Kritik diverser Stadträte an. Für eine Entscheidung bedürfe es einer Auswahl verschiedener Ansätze für eine Nachnutzung. Hinzu kommt, dass manch ein Kommunalpolitiker sich fragt, ob eine Bündelung der touristischen Aktivitäten von Stadt und Region nicht eher in dem mit viel Aufwand umzubauenden Bonatz-Bau am Hauptbahnhof zu platzieren sei.
Nicht umsonst war „alternativlos“ schon mal das Unwort des Jahres
Vor diesem Hintergrund täte die Stadt gut daran, die Entscheidung über die Zukunft des zentralen Gebäudes am Marktplatz nicht übers Knie zu brechen. Voraussetzung ist allerdings, dass andere Interessenten ihre Vorstellungen zügig artikulieren und konkretisieren. Ein jahrelanger Leerstand des Gebäudes wäre die schlechteste aller Varianten.
Es gibt genügend Institutionen in Stuttgart, die dringenden Bedarf an Räumlichkeiten haben und zugleich zu einer Belebung des Marktplatzes beitragen könnten. Über Alternativen zu diskutieren heißt nicht, gute Ideen zu torpedieren. Es bedeutet aber, eine Wahl zu haben. Nicht umsonst war „alternativlos“ bereits 2010 das Unwort des Jahres.