Zugunglück in der Steiermark Leichnam des Unfallopfers soll obduziert werden

Von Philipp Obergassner 

Bei der Kollision wurde ein Waggon des Eurocity-Zugs aufgerissen. Von 80 Fahrgästen beider Züge wurden 28 verletzt, zwei von ihnen schwer. Foto: dpa
Bei der Kollision wurde ein Waggon des Eurocity-Zugs aufgerissen. Von 80 Fahrgästen beider Züge wurden 28 verletzt, zwei von ihnen schwer. Foto: dpa

Die bei dem Zugunglück in der Steiermark gestorbene Frau kommt aus Besigheim. Weil die Todesursache unklar ist, soll ihr Leichnam untersucht werden.

Besigheim - Ein schweres Zugunglück in Österreich hat eine 58-jährige Frau aus Besigheim das Leben gekostet. „Die Frau ist noch an der Unfallstelle verstorben, für sie kam jede Hilfe zu spät“, sagt der Polizeisprecher Markus Lamb von der Landespolizeidirektion Steiermark.

Das Unglück ereignete sich am Montag gegen 12.45 Uhr im Bahnhof von Niklasdorf im Bezirk Leoben in der Steiermark. Ein Eurocity der Deutschen Bahn auf der Fahrt von Graz nach Saarbrücken (EC 216) stieß an seiner Flanke mit einem Regionalzug zusammen. Dabei wurde die Seitenwand eines Waggons des Eurocity aufgerissen. Die 58-Jährige befand sich in jenem Waggon und kam bei dem Zusammenstoß ums Leben. Nach Angaben der örtlichen Polizei wurden zudem 28 Personen verletzt, zwei von ihnen schwer. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Der Einsatz von Hubschraubern war wetterbedingt nicht möglich.Unter den etwa 80 Fahrgästen beider Züge waren 21 weitere Deutsche. Zwei von ihnen, aus dem Raum München, wurden leicht verletzt. Am Dienstagnachmittag wurden noch sechs Verletzte stationär im Krankenhaus behandelt.

Die Unfallursache ist noch nicht bekannt

Die Ursache der Kollision der Züge ist noch unklar. Ob es sich um einen technischen Defekt oder um menschliches Versagen handle, müssten die Ermittlungen ergeben, heißt es bei der Polizei. Die beiden Lokführer seien vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden und seien wegen eines Schocks nicht vernehmungsfähig, sagt der Polizeisprecher Lamb.

Die Polizei konnte ihre Spurensicherung am Unfallort am Dienstag abschließen, anschließend begannen die Aufräumarbeiten. Der Zugverkehr auf der Strecke bleibt nach Angaben der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) voraussichtlich bis zum Mittwoch gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: „Meine Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des Todesopfers. Allen Verletzten wünsche ich eine baldige Genesung. Vielen Dank an alle Einsatzkräfte, die vor Ort helfen!“

Die im Kreis Ludwigsburg lebenden Angehörigen der Toten wurden durch die hiesige Polizei verständigt. Die Tochter der ums Leben gekommenen 58-Jährigen lebt in Graz und wird von einem Kriseninterventionsteam der Steiermarker Polizei psychologisch betreut. Die 58-Jährige war wohl auf der Rückreise von einem Besuch. Die Polizei geht davon aus, dass die Frau alleine unterwegs war. Über die genaue Todesursache lasse sich noch nichts sagen. Die Leiche der Passagierin soll auf Anordnung der Staatsanwaltschaft obduziert werden. Im Besigheimer Rathaus war am Dienstagnachmittag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

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