Auch die Tiere der Jugendfarmen (hier Elsental in Stuttgart-Vaihingen) wollen regelmäßig versorgt werden. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Zu wenig Geld, zu wenig Mitarbeiter: Die Stuttgarter Jugendfarmen und Abenteuerspielplätze sind gefragt wie nie zuvor, aber an der Kapazitätsgrenze. Im Jugendhilfeausschuss erklärt ein Ehrenamtlicher, weshalb die Stadt nachsteuern muss.

Stuttgart - Für viele Kinder sind Abenteuerspielplätze (Abis) und Jugendfarmen ein nicht zu ersetzender Zufluchtsort. Doch im Betrieb hakt es. Viele der 22 eigenständigen Vereine schaffen es kaum noch, Betreuung, Finanzierung und Organisation der Infrastruktur zu stemmen. Im Jugendhilfeausschuss schlugen die ehrenamtlichen Mitarbeiter von drei Stuttgarter Einrichtungen Alarm. Ihr Appell verhallte nicht ungehört.

„Wir bekochen die Kinder“, berichtete Andreas Pohl vom Abenteuerspielplatz Raitelsberg. „Manche Kinder kriegen nachmittags um vier Uhr das erste Mal was zu essen.“ Der Platz sei gewachsen, aber in die Jahre gekommen – und viele Ehrenamtliche an der Belastungsgrenze. Deshalb sei der Platz nur noch vier statt fünf Tage geöffnet. Von fünf Mitarbeiterstellen seien nur zwei finanziert. Im Abi West können aus Geldmangel keine Praktikanten ausgebildet werden. In der Jugendfarm Freiberg-Rot erleiden Ehrenamtliche und Mitarbeiter Burn-outs.

Bürgermeisterin und Fraktionen wollen nachsteuern

Im Jugendhilfeausschuss wurde ihrer Arbeit hoher Respekt gezollt. Die Jugendhausgesellschaft bot Unterstützung bei Personalträgerschaft und Fachberatung an. Grüne und SPD beantragten, die Einrichtungen dauerhaft zu sichern. Bürgermeisterin Isabel Fezer kündigte für Juni 2019 ein neues Konzept an. Die SPD verlangte zum Januar 2019 Vorschläge zur Personalerhöhung in den Einrichtungen.

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