Zoogeschichten aus Bad Cannstatt Mit einer Prinzessin die Wilhelma entdeckt

Von Alale Sarshar Fard 

Pinguine, Flamingos und Zitteraale: Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg (Mitte) hat einem Mädchen aus dem Heim (r.) den Wunsch erfüllt, eine Führung durch die Wilhelma zu erhalten. Mit dabei war auch die Freundin der Prinzessin, Gabriele Popp (li.). Foto: A. Sarshar Fard
Pinguine, Flamingos und Zitteraale: Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg (Mitte) hat einem Mädchen aus dem Heim (r.) den Wunsch erfüllt, eine Führung durch die Wilhelma zu erhalten. Mit dabei war auch die Freundin der Prinzessin, Gabriele Popp (li.). Foto: A. Sarshar Fard

Nicht nur im Märchen werden Wünsche erfüllt: Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg hat für eine Neunjährige eine Zooführung organisiert.

Bad Cannstatt - In Märchen werden die Wünsche von Prinzessinnen erfüllt, in der Wirklichkeit aber sind es mitunter Prinzessinnen, die Wünsche erfüllen. So auch den eines neunjährigen Heimmädchens. Seit sie vor zwei Jahren in der Wilhelma war, wollte sie wissen, wie die Tiere von den Pflegern versorgt werden. Diesen Wunsch erfüllte ihr nun Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg, die in Heumaden lebt.

Mit ihrem gemeinnützigen Verein Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg erfüllt die Prinzessin seit inzwischen 14 Jahren kranken und sozial benachteiligten Kindern ihre Wünsche. Dabei geht es aber nicht nur um eine einmalige Freude, wie von Sachsen-Altenburg betont: „Wir wollen dadurch den Kindern zeigen, dass Wünsche und Träume in Erfüllung gehen können, man aber auch etwas dafür tun muss.“ Das, was die Kinder tun müssen, ist, der Prinzessin von ihren Herzenswunsch zu erzählen. Eine Vielzahl von Briefen und Mails kommen bei von Sachsen-Altenburg an. „Wenn deutlich wird, dass es wirklich der Wunsch des Kindes ist, dann versuchen wir ihn zu erfüllen. Oft meinen Eltern, sie wüssten es besser“, sagt Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg. Auch schrieb ihr einmal eine Mutter, „ihr Dreijähriger wolle unbedingt in den Ferien nach Florida, so etwas machen wir aber nicht.“

Karate im Rollstuhl

Wie viele Wünsche erfüllt werden, hängt dabei immer von der Größe der Wünsche und den verfügbaren Geldmitteln ab. So wie jedes Kind verschieden ist, sind es auch die Wünsche. „Jedes Kind ist besonders, und egal ob der Wunsch klein oder groß ist, wir versuchen ihn 200-prozentig zu erfüllen und geben immer unser Bestes“, erklärt von Sachsen-Altenburg. „In einem Fall gab es einen Jungen, der von Geburt an im Rollstuhl saß, aber unbedingt Karate machen wollte“, erinnert sich die Prinzessin. Obwohl es nicht einfach gewesen sei, eine entsprechende Schule zu finden und dann noch die Fahrt zu organisieren, gelang es, dem Jungen ein Jahr lang das Training zu ermöglichen. „Als er nach diesem Jahr wie üblich zum Arzt ging, meinte dieser, dass er diesmal nicht wie sonst eine Operation brauche, da seine Muskulatur so stark ist. Da weiß man dann, warum man so etwas macht“, sagt Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg.

Warum die Heumadenerin so gerne Kinderwünsche erfüllt, wurde nicht zuletzt anhand der Begeisterung der Neunjährigen für die Wilhelma deutlich. Nach anfänglicher Schüchternheit kam sie bereits beim Anblick der ersten Tiere aus sich heraus und hörte schließlich nicht auf, den Wilhelma-Sprecher Florian Pointke mit allerlei Fragen zu den Wilhelma-Tieren zu löchern. So wollte sie wissen, ob der Zitteraal ständig Strom produziert oder warum es auch weiße Flamingos gibt. Dabei weiß das Mädchen auch selbst bereits viel über Tiere. So kannte sie im Aquarium den giftigen Steinfisch und wusste auch, dass Seepferdchen, trotz ihres ungewöhnlichen Aussehens, zur Gattung der Fische gehören.

Besondere Freude bereitete es ihr, versteckte Tiere zu entdecken – egal ob es eine braune Schlange auf dem Ast oder ein zur Statue erstarrter Graureiher war. Stolz stellte die Neunjährige auch fest, dass sie gute Augen habe. Nach Pferden und Füchsen kommen Seelöwen in der Liste ihrer Lieblingstiere. Füchse gibt es zwar in der Wilhelma, aber nur wilde und diese zeigen sich erst nachts. Dafür erfreute sich das Mädchen aber an der Fütterung und den Kunststücken der Seelöwen, den Tieren, die auf ihrer Liste Platz drei belegen.

Redaktion Bad Cannstatt

Ansprechpartner
Torsten Ströbele
cannstatt@stz.zgs.de

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