Die leidenden Löwen machen betroffen. Foto: dpa/Uncredited

Schlaffe Haut, hervorstehende Rippen – die Bilder der hungernden Löwen im Zoo von Khartum sorgen weltweit für Mitleid. Wenn Lebensmittel immer teurer werden, bleibt für Zoo-Tiere nicht viel übrig.

Khartum - Die Bilder der hungernden Löwen im Zoo von Khartum sind um die Welt gegangen. Ihre Haut ist schlaff, die Rippen stehen hervor, mit glasigen Blicken warten sie verzweifelt auf Nahrung und Wasser - ein Anblick zum Erbarmen. „Das ist wirklich ein Verbrechen“, sagt der Aktivist Suhair al-Sarag. „Jemand sollte zur Verantwortung gezogen werden.“

Die Mitarbeiter im Al-Kuraschi-Park sind nicht mehr in der Lage, die Tiere in ihrer Obhut zu füttern und zu betreuen. Viele sind verendet, auch für zwei Löwinnen gab es bereits keine Hilfe mehr. Übrig geblieben sind drei bis auf die Knochen abgemagerte Löwen, zwei Männchen und ein Weibchen. Besorgte Anwohner bringen trotz der schweren Wirtschaftskrise Futter und Medikamente. Dabei haben die steigenden Nahrungsmittelpreise vor einem Jahr Massenproteste ausgelöst, die im April Langzeitherrscher Omar al-Baschir aus dem Amt fegten. Heute sitzt die Übergangsregierung auf Milliardenschulden, während die Lebensmittelpreise weiter steigen.

Fotos bei Facebook verbreitet

Osman Mohammed Salih hat Fotos der leidenden Löwen auf Facebook verbreitet und damit weltweit Tausende mitleidige Reaktionen ausgelöst. „Viele internationale Organisationen wollen helfen“, sagt er. Zahlreiche Besorgte im Ausland hätten versucht, Geld zu spenden, doch das komme nicht im Zoo an, weil die US-Regierung noch unter Al-Baschir Sanktionen gegen den Sudan verhängt hätten. Spendenwebseiten wie Gofundme könnten das Geld deswegen nicht auszahlen. Eine Reaktion von Gofundme gab es zunächst nicht.

Doch trotz aller Widrigkeiten gehe es weiter, schrieb Salih am Mittwoch und stellte Aufnahmen von der Löwin auf Facebook, die gerade frisches Futter bekommen habe. Sie mache „großartige Fortschritte“, schrieb er.

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