In manchen ­Ländern bekommt man besonders viel Urlaub für seine Euro. Foto: reichdernatur/Adobe Stock

Reisende mit Euro in der Tasche dürfen sich freuen. Schon lange war Europas Währung nicht mehr so stark. Diese zehn Länder mit schwachen Devisenkursen sollten Sie jetzt besuchen.

Stuttgart - In diesen Ländern lohnt sich Urlaub in diesen Zeiten finanziell:

1. Argentinien

Im Land des Tangos locken die Metropole Buenos Aires und grandiose Landschaften wie Feuerland und die Wasserfälle von Iguazu. Der Euro hat von 2016 bis 2019 sage und schreibe einen Wertzuwachs über 300 Prozent erfahren: Im Januar vor drei Jahren erhielt man für einen Euro 10,3 Pesos, derzeit sind es 43,1 Pesos. Doch „des einen Glück ist des anderen Leid“ sagt der Volksmund, und während Urlauber dem Big-Mac-Index zufolge für einen Hamburger 2,38 Euro bezahlen, kämpfen die Einwohner mit einer Inflation von 31,7 Prozent.

2. Türkei

Rauf und runter – der Wechselkurs der Lira ist ein gutes Indiz für die Stimmung im Land. Verunsicherung hat sich breitgemacht, die Inflation beträgt 16,7 Prozent, der Wirtschaftsboom ist gestoppt. Die Einschränkung der Meinungsfreiheit und die Verhaftung von Journalisten und Menschenrechtsaktivisten wirken nach. Zwar erholt sich der Tourismus wieder, aber entlang der Küsten – etwa der Türkischen Riviera – füllen sich die Betten vor allem wegen günstiger Preise. Gab es vor drei Jahren für einen Euro drei türkische Lira, so sind es jetzt 6,2 Lira. Ein Big Mac kostet 2,01 Euro.

3. Sri Lanka

Traumhafte Strände, Teekultur und kulturelle Höhepunkte wie die Festung auf dem Löwenfelsen (Sigiriya) garantieren dem Inselstaat stetig wachsende Be­sucherzahlen. Ein Wertzuwachs von 37,3 Prozent des Euro gegenüber der Sri-Lanka-Rupie in den letzten drei Jahren wirkt da wie ein zusätzlicher Anreiz, das Land möglichst bald zu besuchen. Ein Big Mac kostet 3,21 Euro. Wer einheimische Kost vorzieht, isst billiger und muss der Crowdsourcing-Datenbank Numbeo zufolge mit rund 1,20 Euro für eine ein­fache Mahlzeit rechnen.

4. Russland

Dank eines Wertzuwachses von 14,8 Prozent in den letzten drei Jahren bekommen Reisende derzeit für einen Euro 70 Rubel. Niedrige Ölpreise und die Sanktionen, mit denen der Staat wegen der Besetzung der Krim zu kämpfen hat, sind schuld daran, dass der Rubel unter Druck bleibt. Russland-Besucher auf Entdeckungstour in Sankt Petersburg oder im weiten Land hinter dem Ural dürfen sich also über den starken Euro freuen. Der Big Mac geht hier für 1,84 Euro über die Theke.

5. Brasilien

Trotz Bodenschätzen, vor allem Erdöl, erlebt Brasilien eine politische sowie wirtschaftliche Krise. Die Schere zwischen Arm und Reich wird wieder größer. Niedrige Ölpreise und ein riesiges Haushaltsloch sorgen dafür, dass der Real gegenüber dem Euro laut dem Buchungsportal Travelcircus seit 2016 um fast zwölf Prozent nachgelassen hat. Heute gibt es für einen Euro 4,4 Real und ein Big Mac kommt auf 3,87 Euro. Wer also die Copacabana, die historische Dschungelstadt Ouro Preto oder den Amazonas erleben will, sollte das in diesem Jahr tun.

6. Australien

Die Wechselkursgewinne fallen in Down Under etwas kleiner aus, dennoch macht sich bei einer längeren Reise auch eine Abwertung von fast elf Prozent im Reisebudget bemerkbar. Schließlich gehört das Land nicht zu den Niedrigpreisländern. Wer also Känguru, Koalabär und Co. besuchen will, sollte ein dickes Portemonnaie mitbringen. Für einen Big Mac werden 3,98 Euro verlangt, für ein Essen für zwei in einem Restaurant mittlerer Kategorie im Schnitt 50 Euro.

7. Südafrika

Die Kombination Währungsabwertung und sowieso niedrige Preise ergibt viel Leistung für wenig Euro. Rund elf Prozent hat der Euro seit 2016 gegenüber dem Rand zugelegt. Fallende Rohstoffpreise, politische Unsicherheit sowie eine steigende Arbeitslosigkeit halten die Landeswährung niedrig. Urlauber legen für einen Big Mac zwei Euro hin, für ein Essen zu zweit mittlerer Preisklasse rund 29 Euro.

8. Swasiland

Afrikas Süden lohnt sich. So auch Swasiland, das mit einer weitgehend unberührten Natur, extrem artenreichen Tierwelt sowie nur 1,4 Millionen Einwohnern reizt. Das kleine Königreich neben Süd­afrika hat seinen Geldkurs direkt an den Rand gekoppelt. So muss sich praktischerweise niemand den komplizierten Währungsnamen Lilangeni merken. Stattdessen kann man in Rand bezahlen, und der Wechselkurs des Lilangeni entspricht immer dem des Nachbarn.

9. Schweden

Alles ist relativ – so auch die Ausgaben im Hochpreisland Schweden. Gegenüber der schwedischen Krone hat der Euro in den letzten drei Jahren um rund zehn Prozent an Wert gewonnen. Angesichts einer Inflationsrate von nur 1,7 Prozent bedeutet das zwar keine großen Ersparnisse, aber der Besucher ist ja schon froh, wenn die schwedischen Preise nicht nach oben schießen. 5,13 Euro wollen sie für einen Big Mac, 59 Euro für einen Restaurantbesuch zu zweit.

10. Island

Noch so ein Hochpreisland, dessen Währung wieder schwächer wird. Allerdings nicht im Zeitraum der letzten drei Jahre, sondern lediglich verglichen mit dem vergangenen Jahr. Dennoch, so Travelcircus, gibt es pro Euro 133,4 isländische Kronen in diesem Januar, immerhin fast zehn Kronen mehr als vor einem Jahr. Trotzdem bleibt Island teuer. 8,90 für einen Big Mac und circa 80 Euro für ein Essen zu zweit in einem mittelpreisigen Restaurant – Besucher müssen tief in die Tasche greifen. Da wünschte sich so mancher, dass die isländische Krone vielleicht doch noch ein bisschen schwächer werden könnte!

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