Stefan Nägele, Claudia Blattmann, Initiator Gerhard Cube, Axel Enninger und Matthias Winkler (von links). Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Etwas mehr als 200 000 Euro haben 84 Zahnärzte aus Stuttgart und Umgebung 2022 gesammelt. Das Geld kommt dem Förderkreis krebskranker Kinder und dem Olgäle zugute.

Von 1983 bis 1995 hatte Gerhard Cube eine Zahnarztpraxis nahe der Kinderklinik Olgäle im Klinikum Stuttgart. Wenn die jungen Patienten Zahnprobleme hatten, war Cube gefragt. Das brachte ihn auf die Idee, Zahnaltgold seiner Patienten und das von seinen Kollegen zu sammeln, um den Förderkreis krebskranker Kinder und das Olgahospital des Klinikums finanziell zu unterstützen. 1992 waren das erstmals drei Zahnärzte, die etwas über drei Kilogramm Altgold zusammenbrachten. Mittlerweile sind es 84 Zahnärzte, die 8,1 Kilo Altgold aus den Mündern ihrer Patienten gezogen haben. Ein Erlös von genau 205 298, 64 Euro, zumal die Bremer Goldschlägerei unentgeltlich das Gold separiert hat.

 

Nothilfefonds für Familien

Davon gehen 15 000 Euro direkt an das Olgahospital, der Rest an den Förderkreis. Die fördern damit unter anderem erstmals einen Nothilfefonds für Familien, die wegen der Erkrankung ihres Kindes in Not geraten sind. Und sie fördern Studienzentralen, in denen die Behandlung schwerkranker Kinder verbessert wird. Das Olgahospital verwendet die 15 000 Euro unter anderem für eine bessere Behandlung der Kinder mit chronischen Magen-Darm- oder Lebererkrankungen. In der Vergangenheit wurde in die technische Ausstattung in der Endoskopie investiert.

Ein Zuhause auf Zeit

„Die Zahngold-Aktion ist die einzige Großspende für den Förderkreis. Ohne sie wären wir nicht in der Lage, große Projekte wie den Umbau des Blauen Hauses zu realisieren“, sagt Stefan Nägele, der Vorsitzende des Förderkreises. Dort im Herdweg 15 nahe dem Olgäle wurde die Spende jetzt feierlich übergeben. Das blaue Haus, als solches bekannt geworden durch die blauen Großskulpturen des Künstlers Nikolaus Koliusis, die dort während der Bauphase aufgestellt waren, ist auch so ein Förderprojekt: Ein Zuhause auf Zeit für Eltern, damit sie ihren Kindern auch während der Behandlungen möglichst nahe sein können. Kein Wunder, dass sich der Initiator Gerhard Cube bei der Übergabe wünscht, „dass die Altgoldspendenaktion noch lange weitergeht.“