Yello in der Porsche-Arena Mysteriöse Sätze und eine wippende Schuhspitze

Von Thomas Morawitzky 

Dieter Meier und Boris Blank sind Yello – eine Band, die schon vor Jahrzehnten Musikgeschichte schrieb. Jetzt waren sie in Stuttgart.

Stuttgart - Mehr als ein Jahr nach ihren ersten Live-Auftritten haben Dieter Meier und Boris Blank zu einer guten Bühnenform gefunden. Yello, bislang eine Band, die es nicht gab, das vor Jahrzehnten fabelhaft zukunftsweisende Studioprojekt der Schweizer Elektrotüftler, spielte am Freitagabend vor 3500 Zuschauern in der Porsche-Arena.

Synthetische Grooves mit starker Bläsergruppe, schroffe Samples, akustische Gewitter, ein langer Fluss kunstvoll verrückter Videobilder, eine wilde E-Gitarre und viel Percussion, dazu die wichtigsten der alten Hits in einem bemerkenswert klaren, plastischem Sound brachte diese Show.

Und vor allem: Dieter Meier, 72 Jahre alt, den sehr vornehm gekleideten, sardonischen Crooner in seelenruhig abgeklärter Pose. Kaum je rührt er sich von der Stelle aber seine Schuhspitze wippt unablässig, während er mysteriöse Sätze in das Mikrofon raunt. Boris Blank, der Klangexperte, sitzt inmitten seiner Instrumente, tritt erst zuletzt aus diesem Kokon, um gemeinsam mit Dieter Meier merkwürdig musikalische Versuche anzustellen. Yello sind 2018 fast eine Live-Band, haben sich auf eigenwillige Weise eingerichtet zwischen Zukunft und Vergangenheit, inszenieren sich mit trockener Ironie und augenzwinkernder Spielfreude.

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