Damit auf dem Woodpecker-Trail auch künftig wieder rasante Abfahren möglich sind, wird er derzeit wieder in Schuss gebracht. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Viele Biker sorgen für viel Verschleiß des Woodpecker-Trails. Für Reparaturen an der Strecke zwischen Degerloch und Stuttgart-Süd ist diesmal sogar ein kleiner Bagger angerückt.

Degerloch/S-Süd - Laut ist es auf der Downhillstrecke zwischen Degerloch und Stuttgart-Süd in diesen Tagen. Mitten im Wald dürfte das aber kaum jemanden stören. Ein kleiner Bagger fährt immer wieder auf und ab, Bretter werden durchgesägt und angeschraubt, Kies neu aufgeschüttet und geglättet – fünf Männer werkeln an dem Abschnitt des sogenannten Wallrides. Immer wieder kommen von anderen Streckenabschnitten Helfer, um nach neuen Aufgaben zu fragen. Sogar unter der Woche seien täglich etwa fünf Helfer dagewesen. „Das ist richtig viel“, sagtDirk Vollmer, der vor einigen Jahren die Downhillstrecke geplant hat und derzeit die Reparaturarbeiten leitet. Am Wochenende sind auch spontan immer wieder Freiwillige vorbeigekommen, sagt Jannick Henzler, Sprecher der Interessensgemeinschaft Downhill. Gemeinsam wollen sie die Strecke auf Vordermann bringen.

Einige Bretter sind morsch, einige rausgebrochen

„Am Wallride sind einige Bretter morsch und ein paar sind schon rausgebrochen“, sagt Jannick Henzler. Diese werden nun ersetzt, und zwar nicht nur oben auf der Fläche, auf der die Biker fahren, sondern auch unten, wo das Hindernis im Boden verankert ist. „Um die Balken kommt jetzt eine Folie drumherum, damit das Holz nicht mehr feucht wird, wenn wir Erde drauf schütten“, erklärt Henzler. Das Ziel sei, dass das Ganze wieder ein paar Jahre hält. Bis Ende der Woche wird das Team voraussichtlich noch mit Reparaturen an der gesamten Strecke beschäftigt sein. Komplett für Biker gesperrt war der Weg aber nur am vergangenen Wochenende, unter der Woche steht die kürzere Strecke zur Verfügung.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Reparatur-Team an der Downhillstrecke anrückt, seit diese vor fünf Jahren eröffnet wurde. Henzler hält die Strecke jede Woche in Schuss, größere Reparaturen stehen etwa einmal im Jahr an. „Das hält sich noch im Rahmen für die Frequentierung, die wir hier haben“, meint Dirk Vollmer. „Viele, die hier fahren, haben nicht so gute Skills und sind oft auf der Bremse, deshalb ist das Material schnell vom Boden weg.“ Geschätzt sind an einem sonnigen Wochenende etwa 100 Biker auf der Strecke unterwegs, die jeweils etwa vier bis fünf Abfahrten machen, sagt Jannick Henzler. Und es werden immer mehr. „In der Coronazeit ist gefühlt jeder zum Biker geworden“, sagt Henzler. In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Mountainbiker von 10 000 auf etwa 60 000 gestiegen – allein in Stuttgart.

Anwohner beschweren sich über Biker

Steffi Rath kann verstehen, warum sich viele Menschen fürs Biken entscheiden: „Es ist halt einfach ein toller Sport“, sagt sie, „und der perfekte Sport in der Coronazeit, weil man auf dem Bike sowieso Abstand halten muss und meistens nur in ganz kleinen Gruppen unterwegs ist.“ Eigentlich gefällt ihr und Henzler der Zuspruch, den der Sport gerade bekommt. Aber: „Die legalen Strecken sind nicht mehr geworden.“ Genauer gesagt ist der Woodpecker-Trail die einzige legale Abfahrt in der Landeshauptstadt.

Und die ist nicht unumstritten. Immer wieder beschweren sich Anwohner, dass die Radfahrer durch Degerloch zur Strecke rasen und auch auf der Strecke selbst viele Unfälle passieren. Dirk Vollmer weist darauf hin, dass im Woodpecker-Trail Sicherheitsregeln gelten und alle Sportler mit einem sicheren Rad, einem Fullface-Helm sowie Brust- und Rücken-Protektoren unterwegs sein sollten. „Vielen fehlt diese Schutzausrüstung, wenn sie hierherkommen und wenn der Kopf nicht geschützt ist, können schnell schlimme Sachen passieren“, sagt Vollmer. Eltern sollten deshalb auch darauf achten, dass ihre Kinder mit dem richtigen Schutz auf die Strecke gehen.

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