Die Baugenossenschaft Luginsland will das Gebäude im Klabundeweg abreißen und eine moderne Wohnanlage errichten. Foto: Kuhn

Die Baugenossenschaft Gartenstadt Luginsland will ihr Gebäude Klabundestraße 22 bis 24 abreißen und durch eine zeitgemäße Wohnanlage ersetzen. Statt nun 16 entstehen rund 35 seniorengerechte Wohneinheiten.

Untertürkheim - Vor wenigen Jahren noch litt die Wallmersiedlung unter einem schlechten Image. Mittlerweile wird das Viertel Stück für Stück attraktiver. Sowohl die Stuttgarter Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft (SWSG) als auch die Baugenossenschaft Gartenstadt Luginsland haben in den vergangenen Jahren ihre Bestandsbauten auf Vordermann gebracht oder sind – in der Fiechtnerstraße – gerade noch dabei. In der Sattelstraße entstanden Neubauwohnungen, es ist chic, in den ehemaligen Hochbunker einzuziehen und auch die Kindertagesstätte erhielt einen Neubau. Der jüngste Coup: Die Baugenossenschaft Gartenstadt Luginsland will ihren Altbau Klabundeweg 22 bis 24 abreißen und durch zeitgemäße Neubauten ersetzen. „Der Altbau stammt aus dem Jahr 1957. Die Sanierung wäre sehr aufwendig. Mit einem Neubau haben wir die Chance, seniorengerechte und barrierearme Wohnungen anzubieten“, sagt Andreas Knoke, der Vorstandsvorsitzende der Baugenossenschaft. Das 1960 Quadratmeter große Grundstück an der Ecke Klabundeweg/Dietbachstraße liegt am Hang. Im Gebäude sind 16 Wohnungen mit einer Wohnfläche von etwa 960 Quadratmetern. Die Einzelgaragen mit großem Hof an der Dietbachstraße und im Klabundeweg nehmen viel Platz weg. „Sie sind sicherlich kein Schmuckstück mehr für das Ortsbild“, sagt Knoke. Sie werden abgerissen und einer Tiefgarage weichen. Um das Gelände optimal nutzen zu können, muss ein neuer, vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Er beinhaltet auch die Wendeplatte im Klabundeweg, die im Zuge des Projekts ebenfalls neu gestaltet wird. Dieses Vorhaben hat der gemeinderätliche Umweltausschuss am Dienstag zur Kenntnis genommen.

Moderne Wohnanlage mit zwei Gebäuden

Das bestehende Gebäude würde abgerissen und durch eine moderne Wohnanlage mit zwei Baukörpern mit rund 35 Wohnungen ersetzt. Die Stadtverwaltung begleite das Bauvorhaben sehr positiv, sagt Knoke. Schließlich erfüllt die Baugenossenschaft aus Luginsland damit die Vorgaben der Stadtverwaltung. Die Gemeinderäte ziehen eine Nachverdichtung in den Stadtbezirken der Ausweisung von Grünflächen als Baugebiet vor. Aus bisher 16 Wohneinheiten sollen auf diese Weise doppelt so viele entstehen. „Und zwar zeitgemäße. So werden die Bewohner im Neubau von der Tiefgarage mit einem Aufzug barrierefrei zu ihren Wohnungen gelangen können“, betont Knoke. Er denkt dabei an die älter werdenden Mitglieder. Ziel sei es, dass Seniorinnen und Senioren weiterhin in ihrem Stadtbezirk Untertürkheim wohnen können, aber auch junge Familien oder Alleinstehende einen attraktiven Wohnraum finden. Knoke wünscht sich einen guten Bevölkerungsmix.

Gute Anbindung an den ÖPNV

Mit dem Neubau soll die Wallmersiedlung sich zum noch lebenswerteren Viertel entwickeln. „Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist gut, die Bewohner kommen schnell ins Grüne und das Quartier ist mit Lebensmittelfachgeschäften und Dienstleistungsunternehmen gut versorgt“, so Knoke. Die Siedlung habe sich in den vergangenen Jahren herausgeputzt. Alte Gebäude wurden modernisiert, neue – darunter auch Eigentumswohnungen – errichtet, der Mäulentreff als zentraler Treffpunkt geschaffen. In den kommenden Jahren, sobald die Interimscontainer abgebaut sind, will die Stadt noch den Wallmer-Spielplatz modernisieren und an der Ecke Schlotterbeck-/Wallmerstraße wird die Baugenossenschaft ein weiteres Neubauprojekt angehen. Bis zum Abriss des Gebäudes im Klabundeweg werden vermutlich noch rund drei Jahre vergehen. „Unsere Mieter sind informiert. Ihnen wollen wir möglichst Ersatzwohnungen im Quartier anbieten“, sagt Knoke. Drei Parteien hätten einem Umzug bereits zugestimmt. Noch müssen die Pläne konkretisiert werden, aber Andreas Knoke geht von einer Investitionssumme von rund zehn Millionen Euro aus.

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