Das neue Wohngebiet im Nordosten von Musberg nimmt Form an. Am Dienstag ist das Richtfest für den ersten Bauabschnitt der Filderhäusle gefeiert worden.
Die hohen Wellen, die das Neubaugebiet einst ausgelöst hat, scheinen abgeflacht zu sein. Jüngst wurde das Richtfest für die sogenannten Filderhäusle im Leinfelden-Echterdinger Stadtteil Musberg gefeiert. Im ersten Bauabschnitt werden acht von zehn Häusern gebaut. „Hier wird es sich gut leben lassen“, ist sich der Baubürgermeister Benjamin Dihm beim Blick auf die Felder und den Weilerwald am Rande von Musberg sicher. Doch so idyllisch, wie der Blick von den neuen Häusern in die Natur ist, ging es während der kommunalpolitischen Diskussion zur Ausweisung des Neubaugebiets vor einigen Jahren nicht zu.
Das Neubaugebiet mit etwas mehr als einem halben Hektar Fläche verursachte heftige Auseinandersetzungen. Hintergrund des Streits waren aber nicht die Filderhäusle, sondern zwei Einfamilienhäuser nördlich davon. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Erich Klauser sprach damals von einer Gefälligkeit der Leinfelden-Echterdinger Stadtverwaltung gegenüber den Bauherrn, die anderen Bauwilligen wohl nicht zugute gekommen wäre. Doch das ist lange her. Das umstrittene Einfamilienhaus am Siedlungsrand von Musberg ist längst gebaut.
Der Bezug soll im kommenden Jahr beginnen
Nun bebaut das Immobilienunternehmen Epple den Rest des Gebiets und verkauft die sogenannten Filderhäusle. Los ging es im März. Dass bereits jetzt Richtfest gefeiert werden konnte, sei einer detaillierten Planung und der Vorfertigung vieler Bestandteile der Häuser geschuldet, sagt der Projektleiter Andreas Sauermann. „Damit lässt sich die Bauzeit um ein Vielfaches verkürzen“, sagt er. Der Bezug soll im kommenden Jahr beginnen. Die Erschließung des Gebiets am Fürschelweg durch die Stadt ist für kommenden Oktober geplant.
Im ersten Bauabschnitt wurden acht der zehn Häuser gebaut – zwei Reihenhäuser mit je drei Einheiten und ein Doppelhaus. Ein weiteres Doppelhaus soll im zweiten Bauabschnitt hergestellt werden. Dass das Projekt nicht in einem Zug gebaut wurde, lag an der Baustelleneinrichtung. Der Bauplatz für das letzte Doppelhaus wurde zur Aufstellung eines Krans zum Bau jener Häuser benötigt, deren Richtfest nun gefeiert wurde. Der zweite Bauabschnitt soll nach den Sommerferien beginnen. Die Parkplätze werden einmal neben den Häusern als Carports und Stellplätze angeboten. Geplant wird mit einem Faktor von eineinhalb Parkplätzen pro Haus.
130 Quadratmetern, verteilt auf drei Ebenen
Die Gebäude haben alle eine Fläche von rund 130 Quadratmetern, verteilt auf drei Ebenen. Im Untergeschoss gibt es ein Panoramafenster zu einem kleinen Lichthof. Im Erdgeschoss sind eine Küche, eine Toilette sowie der Wohn- und Essbereich geplant. Im Obergeschoss gibt es zwei Räume, die als Schlaf- oder Kinderzimmer genutzt werden können sowie einen Bereich, in welchem die Planer ein Bad vorgesehen haben. Die Wärmeversorgung soll eine zentrale Wasser-Luft-Wärmepumpe übernehmen, sodass die Häuser selbst nur noch einen kleinen Übergabepunkt im Untergeschoss benötigen.
Beim Bau der Häuser wurde viel Holz verwendet, vor allem Fichte aus dem Bayerischen Wald. Die Böden sind mit Parkett aus Eiche veredelt. Lediglich das Untergeschoss samt Boden des Erdgeschosses sind aus Stahlbeton. Die Holzbauweise und der teilweise Verzicht auf Beton sorgt laut dem Hersteller dafür, dass die Umwelt von rund 300 Tonnen CO2 entlastet wird. Der Preis der Häuser wird wohl jenseits von 800 000 Euro liegen.
Förderungen für Familien
Günstiger Wohnraum ist es also nicht, der in Musberg entsteht. Allerdings erhalten Kaufinteressenten unter bestimmten Voraussetzungen eine Förderung der Stadt, betont der Bürgermeister Benjamin Dihm. So bekommen Familien eine Förderung in Höhe von 4500 Euro pro Kind unter 18 Jahren, sofern das jährlich zu versteuernde Einkommen der Familie unter 75 000 Euro liegt. Pro Kind können auf diese 75 000 Euro noch 15 000 Euro hinzugerechnet werden, ohne dass die Einkommensgrenze für die städtische Förderung überschritten wird.