Das neue Wohnquartier (im Foto links) soll über die Spielberger Straße erschlossen werden Foto: Bernd Zeyer

Auf einem Teil des Areals der Gärtnerei Staehle an der Spielberger Straße sollen 80 Wohnungen gebaut werden.

Zuffenhausen - Wo früher Blumen und Pflanzen zu Hause waren, sollen künftig Menschen eine neue Heimat finden: Auf einem Teilabschnitt eines 1,3 Hektar großen Areals an der Spielberger Straße, das noch von der Gärtnerei Staehle, die verkleinert werden soll, genutzt wird, möchte der Investor Züblin AG 80 Wohnungen bauen. Für das Projekt haben sich fünf Architekturbüros beworben. Die Ergebnisse des Wettbewerbs, den das Tübinger Büro Ackermann und Raff für sich entschieden hat, sind vor kurzem im Bezirksbeirat vorgestellt worden.

Der Siegerentwurf fügt sich gut ins Quartier ein

„Der Siegerentwurf fügt sich gut ins Quartier ein“, sagte Yvonne Grein vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung am Dienstagabend in der Zehntscheuer. Insgesamt sind sieben Mehrfamilienhäuser geplant, dazu kommt noch eine viergruppige Kindertagesstätte. Drei der Wohnhäuser sollen in Zeilenbauweise entlang der Spielberger Straße errichtet werden, drei sollen als so genannte Punktbauten an einer ans Areal angrenzenden Grünfläche entstehen. Dazu kommt noch ein Mehrfamilienhaus in der Mitte des Areals, wo auch ein Quartiersplatz angedacht ist. Die Kita soll hinter einem Verkaufsgewächshaus (das als Lärmpuffer zur Ludwigsburger Straße dient) an der Ecke Hans-Sachs-Straße/Spielberger Straße liegen. Die Wohnhäuser sind drei- bis viergeschossig geplant, wobei die oberste Etage als Staffelgeschoss, also etwas zurückgesetzt, gebaut werden soll. Die Wohnungsgrößen betragen zwischen 40 und 120 Quadratmetern. Eine große Herausforderung bei der Umsetzung des Projektes wird die Lärmbelastung durch die Ludwigsburger Straße sein. Dort werden, so hat eine Verkehrslärmkartierung aus dem Jahr 2012 ergeben, bis zu 70 Dezibel hohe Lautstärken erreicht. Eine gute Dämmung für die Neubauten ist deshalb unumgänglich. Ob spezielle Lärmgutachten erstellt werden, wird sich nach den Worten von Grein im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens entscheiden.

Noch geklärt werden muss auch, wie Anwohner des neuen Wohnquartiers und auch Mädchen und Buben, die eventuell von außerhalb zur Kita kommen, die Ludwigsburger Straße am besten überqueren können. Erschlossen werden soll das Areal über die Spielberger Straße. Diese muss allerdings verbreitert werden und soll auf beiden Seiten Längsparkplätze bekommen. 112 Stellplätze sind für eine Tiefgarage vorgesehen.

Auf dem Areal wird auch eine Kita gebaut

Zum Tragen kommen wird bei dem Projekt das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell (SIM). Dieses sieht vor, innerstädtisches Wohnen für geringe und mittlere Einkommen erschwinglich zu machen. Investoren werden verpflichtet, ab einer bestimmten Wohnfläche geförderten Wohnraum innerhalb ihrer Projekte zu schaffen. Auch für Kindergartenplätze muss der Investor sorgen. Ob es in diesem Fall nur Plätze für unmittelbare Anwohner oder aber auch darüber hinaus geben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.

„Wir brauchen qualitativ hochwertigen Wohnraum“, sagte CDU-Sprecher Hartmut Brauswetter in der anschließenden Diskussion. Er betonte, dass der Investor soziale Verantwortung zeigen solle. Susanne Bödecker von der Fraktionsgemeinschaft SÖS-Linke-Plus gab zu bedenken, dass sich ihrer Meinung nach die Kindertagesstätte zu nah an der Ludwigsburger Straße und deren Lärm befände.

Bereits in der nächsten Bezirksbeiratssitzung am Dienstag, 18. November, soll der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan vorgestellt werden.

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