Ein ungewöhnliches Wohnprojekt wird in Schorndorf entwickelt. Mehrere Generationen sollen an einem Ort leben. Architekten werden dafür zurzeit kreativ. Sie haben große Pläne für ein Kleinod, das noch im Dornröschenschlaf ist.
Die Realisierung einer besonderen Wohnidee rückt näher. Fünf Architekturbüros aus Stuttgart und dem Remstal nehmen am Wettbewerb des Projekts „Leben in der Vorstadt“der jungen Genossenschaft Remstalleben teil.
Ort des Geschehens ist ein ehemaliger Bauernhof an der Schorndorfer Vorstadtstraße, der sich quasi im Dornröschenschlaf befindet. Hier könnte sich ein märchenhafter Ort entwickeln, da sind sich die Initiatoren des Projekts, Lisa Kober und Michael Knödler, sicher. Es soll ein Ort werden, der Menschen aus verschiedenen Generationen ein gemeinschaftliches Leben ermöglicht. Der eine Pflege-WG genauso beheimatet wie ein Zuhause für eine fünfköpfige Familie, und der als zukunftsweisendes Vorhaben zudem Teil der Internationalen Bauausstellung 2027 sein wird. Es werden noch Interessenten gesucht, die hier leben möchten.
In einer gemeinsamen Vorstellungsrunde konnten die Mitglieder und Gäste der Genossenschaft alle Architekten-Teams live kennenlernen. Am vergangenen Freitag fand im Schorndorfer Zentrum für Ideen und Begegnung (ZIB) die Auftaktveranstaltung zum Wettbewerbsverfahren des Wohnprojekts statt. Die Büros waren der Einladung der Genossenschaft gefolgt, die Leistungsfähigkeit ihrer Teams anhand ausgewählter Referenzprojekte vorzustellen.
Die Architekten fühlen sich von dem Projekt herausgefordert
Mit dabei sind die Architekturagentur, das Atelier Kaiser Shen, UTA Architekten und VON M Architekten, allesamt aus Stuttgart, sowie das Atelier Wolfshof Architekten aus Weinstadt. Nach einer kurzen Einführung in das Wettbewerbsverfahren durch die Projektleiterinnen Tina Muhr und Romina Christen von der Internationalen Bauausstellung 2027 folgten die Präsentationen der Architekturbüros. Unisono betonten alle Büros, dass die in Schorndorf anstehende große Aufgabe – einen Neubau in Holzhybridbauweise in enger Verbindung zum bestehenden, denkmalgeschützten Gebäudeensemble und mit den ökologischen Vorgaben der Bauherrin zu planen – einen besonderen Reiz für sie hätte und sie sich gerne dieser Herausforderung stellen würden.
Der Ort soll Menschen verschiedener Generationen zusammen bringen
Im Anschluss an die Vorstellungsrunde folgte eine Begehung des Grundstücks, bei der die Architektin Sylvia Machler als Moderatorin die örtlichen Besonderheiten wie die Erreichbarkeit des Grundstücks, das gemeinschaftliche und gewerbliche Nutzungskonzept oder den Wunsch nach einer naturnahen Gartengestaltung erläuterte. Zurück im ZIB tauschten die Beteiligten weitere Ideen aus. Die Vorstandsmitglieder der Genossenschaft, Lisa Kober und Michael Knödler, zeigen sich begeistert von den innovativen Ideen der Architekturbüros. „Wir sind jetzt sehr gespannt auf die Wettbewerbsergebnisse und wünschen uns, dass die Experten ihr Können zum Thema kostengünstiges Bauen unter Beweis stellen.“ Das besondere am Verfahren der Remstalleben-Genossenschaft sei, dass die Mitglieder stärker einbezogen werden bei allen Entscheidungsprozessen als es sonst üblich sei, erklärt Lisa Kober. Abgabetermin für die Pläne analog und digital mit allen geforderten Leistungen sei am 21. Oktober.
Anfang November soll die Präsentation der Entwürfe sein. Es werden Vertreter des Begleitgremiums sowie Berater teilnehmen. Darüber hinaus wird die Veranstaltung für die Mitglieder der Remstalleben-Genossenschaft sowie weitere Gäste geöffnet. Im Anschluss werden die Entwürfe eine Woche öffentlich ausgestellt.
Bisher gibt es 51 Mitglieder in der Genossenschaft, 50 Prozent der Wohnungen sind vergeben. „Wir suchen noch Interessenten für große Wohnungen, Familien-Wohnungen, zum Beispiel Maisonette und für Clusterwohnungen, also Luxus-WGs“, sagt Lisa Kober. Auch Kleingewerbetreibende dürften sich melden, die ins Konzept passen.
Die Genossenschaft Remstalleben stellt ihr Wohnprojekt während des Schorndorfer Wochenmarkts am Samstag, 24. September, von 8 bis 13 Uhr vor. Der Informationsstand ist in der Johann-Philipp-Palm Straße zu finden.