Mit dem Wernauer Baugebiet Adlerstraße Ost III geht’s voran. Auf dem Katzenstein entstehen 220 neue Wohneinheiten. Der Bebauungsplan liegt zurzeit im Quadrium aus.
Wernau - In der jüngsten Gemeinderatssitzung im Wernauer Quadrium stand wieder einmal das Thema Adlerstraße Ost III auf der Tagesordnung. Dieses Mal musste, was das neue Wohnbaugebiet angeht, allerdings nur eine Formalie abgehandelt werden. Knapp 150 000 Euro der bisherigen Erschließungskosten für die Abschnitte I und II werden, wie schon von Anbeginn vorgesehen, auf den dritten Teil der Maßnahme umgelegt. Sprich: Es wird Geld in die Stadtkasse zurückfließen, die in Vorleistung gegangen war. Entsprechend einstimmig fiel das Votum aus.
Den großen Wurf hatten die Kommunalparlamentarier schon vor einiger Zeit gemacht. Der Bebauungsplanentwurf steht – und kann noch bis zum 2. April im Eingangsbereich des Quadriums zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses eingesehen werden. Für eventuelle Rückfragen stehen der Leiter des Rechts- und Bürgeramtes, Fabian Deginus, und die Sachgebietsleiterin Baurecht, Madeleine Gehringer, zur Verfügung. Die Fragen können telefonisch (0 71 53/93 45 300 beziehungsweise 0 71 53/93 45 310) oder per E-Mail (fdeginus@wernau.de oder mgehringer@wernau.de) gestellt werden.
Grundkonzept ermöglicht eine „soziale Mischung“
Große Überraschungen sind in den umfangreichen Unterlagen indes nicht zu finden. In dem rund zwei Hektar großen Areal, das sich in städtischem Besitz befindet, sollen 220 Wohneinheiten errichtet werden. Seit sechs Jahren ist das Projekt an der Nordöstlichen Randstraße im Werden und hat mehrere Wettbewerbe durchlaufen, ehe feststand, dass die Umsetzung in vier Losen erfolgen soll. Das Los 1 entsteht auf der mit mehr als 7000 Quadratmetern größten Fläche in zwei Streifen links und rechts der Albstraße bis zum bereits bestehenden Kreisverkehr. Dieser wird in Richtung Norden, wo bislang lediglich ein Feldweg abgeht, seinen vierten Arm erhalten, der den Namen Schurwaldstraße tragen wird und zur Erschließung der Lose 2 bis 4 dient.
Die vorgesehene Bebauung im Abschnitt Adlerstraße Ost III sieht, ähnlich wie in den beiden schon umgesetzten Gebieten eine Mischung aus Eigenheimen und familiengerechten Wohnungen vor. Dabei ist der Stadt neben der gestalterischen Qualität und einer Berücksichtigung von ökologischen Nachhaltigkeitsaspekten auch die soziale Mischung ein Anliegen. So sollen etwa die Hälfte der Wohnungen, gerade die für Familien, drei oder mehr Zimmer haben. Hinzu kommt ein Anteil an förderfähigen Mietwohnungen in Höhe von circa 20 Prozent.
Vorteil: Die Stadt ist regionaler Wohnungsbau-Schwerpunkt
Bürgermeister Armin Elbl ist in diesem Zusammenhang „sehr froh, dass Wernau vom Verband Region Stuttgart zum regionalen Wohnungsbau-Schwerpunkt erklärt worden ist“. Nur deshalb könne das Areal auf dem Katzenstein entsprechend bebaut werden. Mit den Siegern der Wettbewerbe liefen derzeit die weiteren Verhandlungen, fügt er hinzu. „Ich gehe davon aus, dass wir noch im April, spätestens aber im Mai ein Resultat präsentieren können“. Beraten werde die Stadt dabei weiterhin vom Architekturbüro Kohler und Grohe. Für uns ist so eine Mischung aus Wettbewerb und Verhandlungsverfahren eben doch etwas Neues“, sagt Elbl. Dies gelte auch für den Mix aus günstigem beziehungsweise gefördertem Wohnraum, ergänzt der Wernauer Schultes.
Elbl freut sich bereits, „dass wir mit diesem Projekt den immer weiter steigenden Mieten in der Region Stuttgart etwas entgegensetzen können“. Er rechne jedenfalls damit, alles in allem um wenigstens 15 Prozent unter dem Esslinger Mietspiegel zu liegen. „Weil die Zusammenhänge sehr komplex sind, wir aber eine möglichst hohe Rechtssicherheit haben wollen, war uns ebenfalls wichtig, Experten ins Boot zu holen“, erklärt Elbl.
Die weiteren Schritte soll nun zügig erfolgen. Was den Erschließungsvertrag angeht, müssen dem Vernehmen nach nur noch die letzten Formalitäten geklärt werden. Und der Bebauungsplan, davon geht die Verwaltung zumindest aus, sollte noch vor der Sommerpause rechtskräftig werden, damit im Herbst mit der Erschließung begonnen werden kann. Da sich einige zusätzliche Grundstücke noch in der Hand von anderen Eigentümern befinden, rechnet der Bürgermeister damit, „dass dort oben insgesamt 300 Wohneinheiten zusammenkommen“. Beendet ist das Vorhaben mit der Adlerstraße Ost III indes noch nicht. Der restliche Bereich ist im Flächennutzungsplan ebenfalls schon als Wohngebiet ausgewiesen. „Dafür müsse aber neu gedacht werden, weil der Hang hier in Richtung Filstal kippt“, betont Elbl.