Leere im Hörsaal: wie geht es weiter im Wintersemester? Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Mit einem sechsseitigen Katalog von Forderungen tritt die baden-württembergische Landesstudierendenvertetung an Hochschulpolitiker, Rektoren und das Wissenschaftsministerium heran.

Stuttgart - Die Wunschliste der Studierenden für das Wintersemester ist lang und umfasst eigentlich alle Aspekte des studentischen Lebens: von der Lehre über die Prüfungen bis hin zur finanziellen Unterstützung und einer Garantie fürs Semesterticket. Auf sechs eng beschriebenen Seiten hat die Landesstudierendenvertretung sie jetzt zusammengefasst und an Bildungspolitiker, das Wissenschaftsministerium und die Hochschulrektoren geschickt.

Doppelte Strategie: Präsenz- und digitale Lehre

Am wichtigsten ist den Studierenden die Rückkehr der Präsenzlehre – die wegen Corona verschwunden war – denn digitale Lehre sei kein angemessener Ersatz, sagen sie. „Das Studium lebt vom Aufeinandertreffen der Studierenden und Lehrenden. Nur so kann die Lehre in ihrer interaktiven Form zu Diskussion und Meinungsbildung im umfangreichen Rahmen beitragen“, heißt es in dem Schreiben. Aber mit Rücksicht auf Risikogruppen sollten Seminare und Vorlesungen nicht nur „in Präsenz“, sondern auch als Online-Format angeboten werden. Und wenn es schon Engpässe für die Präsenzlehre und eine Konkurrenz um die Räumen gebe, dann sollten Veranstaltungen für Erstsemester Vorrang haben.

Was die Prüfungen anbelangt wird ist der Forderungskatalog detailliert, verlangt wird eine „Nachsichtigkeit im Prüfungsprozess“, man will eine Entzerrung der Prüfungsphasen und eine frühe Information schon bei der Kurswahl, wie Prüfungen ablaufen. „Zudem muss Betrug vorgebeugt werden. Wir sprechen uns hier ausdrücklich gegen Kameraüberwachungen jeglicher Art aus. Wir fordern vielmehr die Ausgestaltung von digitalen Prüfungen.“

Uni soll wieder Lerngruppen zulassen

Allgemein wird eine Rückkehr an die Uni als Lernort verlangt. So sollten Lerngruppen in den Hochschulen wieder möglich sein, ein Online-Raumbuchungssystemen für Lerngruppen solle eingeführt werden. „Auch fordern wir die Öffnung der Bibliotheksgebäude für alle Studierenden unter intelligenter Umsetzung der Gesundheitsauflagen. Generell sollen die Tore der Hochschulen für die Studierenden und das Lehrpersonal wieder öffnen.“

Auch beim Finanziellen haben die Studierenden klare Wünsche. So sollten die Semesterbeiträge an das tatsächlich noch gegebene Angebot angepasst werden. Für finanzklamme Studenten müsse eine Stundung der Beträge möglich sein, bei Härtefällen sollten sie erlassen werden. Für Studierende und Dozenten mit Kind sollten „Notfall-Kitas“ geschaffen werden. „Im Allgemeinen sollen derzeit keine Härtefallanträge gestellt werden müssen. In der jetzigen Krise steht der bürokratische Aufwand nach in keinem Verhältnis zu den Schicksalen, denen die Studierenden ausgesetzt sind“, heißt es in dem Brief. Auch müssten „tatsächliche“ Nothilfen angeboten werden, Bildung dürfe nicht „nur privilegierten Teilgruppen unserer Gesellschaft zukommen“.

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