Rafael Nadal und Serena Williams machen mehr Sorgen als Freude. Wie lange wollen sie sich den Tourstress noch antun? Das fragt sich unser Redakteur Dominik Ignée.
Dass Rafael Nadal sein Wimbledon-Halbfinale wegen Bauchmuskelproblemen absagen musste, ist bedauerlich und er kann auch nichts dafür. Trotzdem fällt auf, dass die alte Tennisgeneration mehr Sorgen als Freude bereitet. Serena Williams gab in London mit 40 Jahren ihr Comeback – das nach ihrer Niederlage gegen eine Debütantin aus Frankreich bereits in der ersten Runde wieder vorbei war. Und nun muss auch Nadal vorzeitig die Segel streichen. Mit 36 Jahren quält er sich erkennbar auf der Tennis-Tour. Mit Schmerzmitteln, die seinen Fuß fast betäuben, damit er überhaupt auf den Platz kann. Und mit einem Körper, der sich zu wehren scheint nach fast 20 Jahren auf der Profi-Tour.
Das nächste Comeback
Man kann ihnen das Tennisspielen nicht verbieten. Und das Beispiel von der Wimbledon-Halbfinalistin Tatjana Maria zeigt auch, was im Alter von 34 Jahren noch alles möglich ist. Nur tut es weh, den größten Stars des Sports auf der Zielgeraden ihrer eindrucksvollen Karrieren beim Leiden und Verlieren zuschauen zu müssen. Das haben Williams und Nadal nicht verdient. Doch der Trend geht offenbar dahin, nicht loslassen zu können von der schillernden Welt des Sports. Roger Federer hat sich mit 40 Jahren wegen körperlicher Probleme für Monate zurückgezogen – aber zurückgetreten ist er offiziell noch nicht. Das nächste große Comeback steht also wohl noch bevor. Hoffentlich nicht wieder mit traurigem Ausgang.