Das Spielfeld müsste für den Erweiterungsbau der Wilhelmsschule weichen. Der dreigeschossige Anbau würde mit dem bestehenden Gebäude verbunden werden. Foto:  

Steigende Schülerzahlen und die Aufnahme des Ganztagesschulbetriebs werden die Wilhelmsschule in Wangen aus allen Nähten platzen lassen. Für 20 Millionen Euro wird deswegen ein Erweiterungsbau geplant.

Wangen - Freie Klassenräume sind in der Wilhelmsschule Wangen jetzt bereits Mangelware. Im vergangenen Schuljahr besuchten 294 Schülerinnen und Schüler die Grundschule. Sie sind auf zwölf Klassen aufgeteilt – drei pro Jahrgang. Noch. „Nach den aktuellen Prognosen der Schülerzahlen für Wangen gehen wir von einem Anstieg von drei auf vier Klassen pro Jahrgang aus“, sagt Birgit Lott vom Schulverwaltungsamt. Die geburtenstarken Jahrgänge und kleinere Aufsiedlungen, die im Stadtbezirk entstehen, verursachen den Zuwachs. Bereits im kommenden September muss vermutlich eine vierte Eingangsklasse eingerichtet werden. Gleichzeitig beherbergt die Wilhelmsschule die letzte verbleibende Werkrealschule in den Oberen Neckarvororten. 180 Schülerinnen und Schüler werden in der Hedelfinger Straße in acht Klassen unterrichtet. Die Nachfrage ist ungebrochen. „Zudem hat der Gemeinderat der Einrichtung eines Ganztagesschulbetriebs in der Grundschule zugestimmt“, sagt Lott. Für die Zukunft bedeutet dies: Die Wilhelmsschule würde aus allen Nähten platzen. Nach dem Modellraumprogramm des Landes ergibt sich für die vierzügige Ganztages-Grundschule und die einzügige Werkrealschule ein Raumbedarf von bis zu 3855 Quadratmetern Fläche. Die Wilhelmsschule weist derzeit maximal 2940 Quadratmeter „Programmfläche“ auf.

Drei Varianten geprüft

Die Konsequenz: Der Wangener Schulstandort muss erweitert werden. „Wir benötigen einen Erweiterungsbau mit rund 980 Quadratmetern Fläche“, sagt Lott. Mit diesen Vorgaben hat das Hochbauamt mit einem Architekturbüro Möglichkeiten untersucht und drei Varianten ausgearbeitet. Vom Schulverwaltungsamt wird ein Anbau an den bestehenden Schulbau II favorisiert. In Verlängerung des Gebäudes, das an der Grenze zum Autohof steht, soll ein autarker, dreigeschossiger Anbau errichtet werden. In ihm kommen neun Klassenzimmer, mehrere Ganztagesräume, zwei multifunktionale Nebenräume sowie ein Lehrerstützpunkt unter. „Die Freiflächen zwischen dem Hauptgebäude und dem Bau II blieben weitgehend erhalten. Das Spielfeld am hinteren Ende müsste allerdings aufgegeben und verlegt werden“, so Barbara Blank vom Hochbauamt der Stadt. In weiteren Schritten können dann die erforderlichen Umstrukturierungen, wie die Vergrößerung und Modernisierung der Mensa im Altbestand, erfolgen. „Mit diesem Erweiterungsbau können wir das pädagogische Konzept, das wir uns seit langem für die Ganztagesgrundschule erarbeitet haben, am besten umsetzen“, lobt Rektor Thilo Habermann die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Erweiterung. Der kompakte, in sich geschlossene Baukörper steht für kurze Wege. Der Bau des Anbaus würde den laufenden Schulbetrieb relativ wenig stören. Zudem kann der Erweiterungsbau dann als Interimsbau für die im zweiten Bauabschnitt anstehende Sanierung im Altbestand genutzt werden. Die Architekten gehen von Kosten in Höhe von 19,5 Millionen Euro aus. Gebaut werden soll in zwei Abschnitten. Der erste umfasst den Erweiterungsbau sowie die Umstrukturierung der Mensa. Mit dem ersten Abschnitt soll im Herbst 2021 begonnen werden. Nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus – geplant ist Herbst 2023 – könnte mit dem zweiten Abschnitt begonnen werden. Dieser umfasst die Modernisierung des Altbestandes. Die Fenster und das Dach müssen saniert, die Gebäudehülle sowie die Elektro- und Datenversorgung energetisch auf Vordermann gebracht werden. Das Projekt könnte – so der Plan – nach 15 Monaten Anfang 2025 abgeschlossen sein.

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