Ein Wilhelma-Pfau zeigt seine ganze Pracht und seine Krallen. Foto: Wilhelma/Knitter

Das Foto eines blutüberströmten Kindes macht derzeit im Netz die Runde. Der Junge ist von einem Pfau in der Wilhelma verletzt worden. Der Zoo zeigt sich überrascht, auch davon, dass der Vorfall nun in der Öffentlicheit steht.

Stuttgart - Mit einer blutigen Fleischwunde am Kopf hat ein Besuch in der Stuttgarter Wilhelma für einen kleinen Jungen geendet, der dort mit seinen Eltern zu Besuch war. Der Täter war einer der Pfauen, die sich auf dem Gelände der Wilhelma frei bewegen können. Der Vorfall hatte sich bereits im Juli ereignet. Am Sonntag berichtete die „Bild“-Zeitung über den Fall und zeigte auch ein Foto des blutüberströmten Jungen.

Auch in der Wilhelma wundert man sich, dass der verletzte Junge jetzt in den Schlagzeilen steht. „Für uns ist es sehr überraschend, dass es zu solch einer Verletzung kam“, sagt Harald Knitter, der Pressesprecher der Wilhelma. Trotz der rund 1,5 Millionen Besucher im Jahr sei es ihm noch nicht zu Ohren gekommen, dass ein Pfau aggressiv auf einen Besucher reagiert habe. Die Forderung der Eltern nach Schmerzensgeld werde gerade noch von der Versicherung der Wilhelma geprüft.

Wilhelma: keine expliziten Warnungen

Knitter erklärt sich den Vorfall folgendermaßen: „Wenn sich ein Pfau bedrängt fühlt und hinter sich keine Ausweichmöglichkeit sieht, kann es sein, dass er die Flucht nach vorne ergreift.“ Vermutlich habe der Pfau den Jungen im Vorbeifliegen mit seinen spitzen Krallen getroffen. Um weitere Vorfälle dieser Art zu vermeiden, rät Knitter: „Man sollte auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und sich an die Parkordnung halten.“ Wenn man als Besucher merke, dass die Tiere weglaufen, solle man sie in Ruhe lassen und nicht weiter verfolgen. Explizite Warnungen in Form von Schildern gebe es wegen der Pfauen nicht. Knitter betont, dass es sich bei dem Vorfall um eine Ausnahme handelt, aus der vorerst keine Konsequenzen gezogen werden.

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