Felix Fräßdorf (rechts) hat die Bühne mit seinem Paten Conny gerockt. Foto: Stefan Gregorowius

Der 17-jährige Felix Fräßdorf hat es ins Finale der Kika-TV-Show „Dein Song“ geschafft. Gewonnen hat er nicht, zufrieden ist er dennoch. Denn die Erfahrung kann ihm keiner mehr nehmen, und er hat auch schon Pläne, wie es jetzt weitergeht.

Die letzten Tage waren ganz schön aufregend für Felix Fräßdorf. Schließlich ist man nicht ständig in einer Liveshow zu Gast und kann dort einen eigenen Song auf der großen Bühne vor Publikum präsentieren. Der 17 Jahre alte Welzheimer durfte genau das. Er startete mit 13 anderen Teilnehmern bei der Castingshow „Dein Song“ – ein TV-Format des Kinderkanals Kika von ARD und ZDF – und stand am Ende mit sieben weiteren jungen Musikern im Finale.

 

Felix ist zufrieden mit seinem Auftritt und konnte „richtig gut abliefern“

Und auch wenn er nicht gewonnen hat, Felix Fräßdorf ist glücklich über die Erfahrung, die ihm keiner mehr nehmen kann. „Das war einfach eine tolle Zeit, und ich bin zufrieden mit meinem Auftritt und konnte richtig gut abliefern“, sagt Felix Fräßdorf, oder besser Creelixon. Denn seine Musik produziert und präsentiert der junge Rapper unter einem Künstlernamen. Der stammt noch aus seiner Minecraft-Zocker-Zeit. „Dort gab es ein Monster mit dem Namen ,Creeper’. Das hab’ ich mit Felix gemixt und herauskam dann irgendwann Creelixon.“

Und Creelixon ist ein lässiger Typ: Kopfhörer, Sakko, Halskette und viele große Ringe an den lackierten Fingernägeln – genau so hat er sich auf der Bühne mit seinem Paten Conny den Zuschauern präsentiert und eine richtige Show gemacht. „Wir haben die Tage vorher nur geprobt. Mein Auftritt war das Schlusslicht, und es ging besonders um die Kameraeinstellungen. Wir mussten daran denken, teils direkt nach oben zu schauen. Da wurde eine Dramaturgie eingearbeitet.“

Lampenfieber kennt der 17-Jährige eigentlich nicht

Eigentlich wohl ein Grund für ordentlich Lampenfieber, aber nicht bei Felix Fräßdorf. Der war eher voller Vorfreude, doch am Tag X kam dann doch die Aufregung durch. „Aber nur bis ich dran war. Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen und versuche authentisch zu bleiben und mir keinen Druck zu machen.“

Eine Einstellung, die den 17 Jahre alten Welzheimer schon ganz schön weit gebracht hat: Der Schüler produziert eigene Musik, will in Kürze eine Single rausbringen und hat sich mit dem Hip-Hop-Stück „Verschwendete Zeit“ mal eben in ein TV-Show-Finale gerappt. Bei dem Format waren es vor allem die anderen Teilnehmer und die Netzwerke, die ihn begeisterten. Groß war deshalb die Freude, als er alle verbliebenen Kandidaten in Köln wiedertraf. „Wir sind eine coole Truppe, die sich von Anfang an gut verstanden hat und einiges miteinander macht.“ Bei den Proben im Kölner Studio 8 gab es für die jungen Musiker noch wertvolle Tipps von den Coaches – zum Verhalten auf der Bühne, zu den Performances mit Band und Paten und zur Nervosität vor dem großen Auftritt.

Und die Tipps waren nicht umsonst: Denn nach den coronabedingten Pausen war der Besucheransturm groß. „Kann sein, dass wir jetzt nach der Show noch weitere Unterstützung erhalten werden. Aber eigentlich haben wir alle schon einen Preis gewonnen durch die Erfahrungen, die Freundschaften und die neuen Kontakte“, sagt der 17-Jährige, der nicht wirkt, als würde er dadurch die Bodenhaftung verlieren. Viel eher macht es den Eindruck, als würde ein junger Mann herausfinden wollen, welcher Weg für ihn nun der richtige ist. „Im Grunde genommen will ich einfach meine Musik rausbringen und kreativ sein.“ Zur Musik gekommen ist der Schüler eines Berufsgymnasiums – er siedelt sich zwischen Rap und Hip-Hop an und lässt auch mal Techno miteinfließen – eher durch Zufall. Als Kind wollte er unbedingt Schlagzeug lernen. Als er es endlich durfte, gab es kein Halten mehr. Bald kam er das erste Mal mit Online-Battle-Rap in Kontakt – und blieb bei dem musikalischen Schlagabtausch hängen – bis 2022. Das weiß er noch ganz genau, weil da eine neue Zeitrechnung begann. „Ich fing an, mich als Mensch weiterzuentwickeln und mich richtig mit Musik zu befassen. Damit mache ich jetzt einfach weiter.“