Bei Stihl bleiben die Mitarbeiter im Schnitt 17 Jahre. Das ist lange. Foto: dpa

Seit langem gewährt der Waiblinger Motorsägenhersteller Stihl seinen Mitarbeitern eine ganze Reihe von Sonderleistungen. Auch in Zeiten schon, in denen keiner von Fachkräftemangel sprach. Das zahlt sich aus. Für die Mitarbeiter und für das Unternehmen.

Waiblingen - Am 1. Mai erheben die Gewerkschaften zu Recht Forderungen nach mehr sozialer Gerechtigkeit und besseren Angeboten für die Mitarbeiter der Unternehmen. Einer, der sich in der Vergangenheit stets ins Getümmel gestürzt hat, war seinerzeit Hans Peter Stihl, der Sohn des Firmengründers Andreas Stihl. Für die Arbeitgeber stand er lange Zeit an vorderster Front bei Tarifauseinandersetzungen. Aus Sicht der IG Metall war er ein zwar stets fairer, aber auch äußerst harter Verhandlungspartner. Seinem Gegenüber bei den Gewerkschaften schenkte er nichts.

Doch dass der Waiblinger Motorsägen- und Gartengerätehersteller Stihl heute seinen Mitarbeitern eine ganze Reihe von Sonderleistungen anbietet, das geht auf eine Tradition zurück, die Hans Peter Stihl begründet hat. So erhalten die Mitarbeiter nicht nur Erfolgsprämien, sondern können auch Genussrechte erwerben, die selbst heute noch mit etwa zehn Prozent verzinst werden. Und auch an der Vorsorge für das Alter beteiligt sich das Unternehmen. Zusätzlich gibt es jetzt auch noch eine Förderung für Abos beim Verkehrs- und Vertriebsverbund (VVS) Stuttgart oder beim Leasing von Fahrrädern und E-Bikes. Das Unternehmen lässt sich das Wohlergehen der Mitarbeiter einiges kosten – und hat auch selbst etwas davon. Wer zu Stihl kommt, der bleibt. Die Betriebszugehörigkeit liegt bei mehr als 17 Jahren im Schnitt, die Fluktuationsrate ist mit drei Prozent äußerst gering.

Der Wettbewerb um die besten Köpfe mit Daimler, Bosch und Porsche, aber auch mit anderen Unternehmen in der Region Stuttgart mit ihrer geringen Arbeitslosigkeit könnte in den nächsten Jahren trotz möglicherweise schwächerer Konjunktur noch härter werden. Dazu führt auch die demografische Entwicklung – gehen die Babyboomer, müssen sich die Unternehmen um immer weniger junge Menschen bewerben. Für diese Herausforderung hat sich Stihl gut positioniert – auch wenn Hans Peter Stihl seinerzeit vielleicht noch gar nicht wusste, wie wichtig seine Weichenstellung werden würde.

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