Zwei von acht Echterdingern Foto: Archiv Yavuz Dural

Gleich acht Echterdinger treffen im Pokalachtelfinale an diesem Mittwochabend gegen den VfB Stuttgart II auf ihren vormaligen Club – und hoffen auf eine Überraschung.

Echterdingen - Die erste Reaktion des Trainers Francesco Di Frisco war: „Ein Hammerlos.“ Doch nicht nur bei ihm dürfte sich der Puls beschleunigt haben, als vor drei Wochen das Schildchen mit ausgerechnet diesem Namen aus dem Topf kam: VfB Stuttgart II! Die Zweitliga-Reserve vom Wasen also. Und so folgt nun an diesem Mittwochabend (Goldäcker, 19 Uhr) das große Wiedersehen: Gleich acht Mann aus der Entourage des Verbandsligisten Calcio Leinfelden-Echterdingen treffen auf ihren Ex-Verein, Di Frisco inklusive – allesamt mit dem gleichen Ziel: Sie wollen in der Achtelfinalpartie des Verbandspokalwettbewerbs die Überraschung schaffen. David schlägt Goliath? „Wir treten mit Rückenwind an. Und als Sportler rechnet man sich sowieso immer etwas aus“, sagt Di Frisco selbstbewusst.

VfB-Auswärtsschwäche als Chance?

Letzteres gilt umso mehr, wenn man sich in einem Lauf befindet wie die Echterdinger seit ein paar Wochen. Nach seinem verkorksten Saisonstart hat der Filderclub die Kehrtwende geschafft: Fünf Pflichtspielsiege in Serie sind für die Mannschaft mittlerweile notiert, zuletzt am Sonntag als Ausrufezeichen das 3:0 gegen den Titelanwärter Hollenbach. Ganz anders derweil der Trend beim aus der Regionalliga abgestiegenen Kontrahenten: Jener tut sich in der laufenden Saison bisher gerade auswärts schwer. Im heimischen Robert-Schlienz-Stadion hat das Team des Coachs Paco Vaz durchaus aufgezeigt, was möglich ist, wenn es mal ins Rollen kommt. Dort lauteten die Ergebnisse unter anderem 7:3, 7:1 und 6:0. Auf des Gegners Plätzen haben die „kleinen Roten“ und deren neu verpflichteter Toptorjäger Marcel Sökler (Oberliga-Schützenkönig 2017/2018 und 2018/2019) jedoch nur fünf von 15 möglichen Punkten geholt.

Auch deshalb wittern sie in Calcio-Reihen ihre Chance. „Klar, wir sind Außenseiter“, sagt der Sportdirektor Angelo Vaccaro, schlägt aber in dieselbe Kerbe wie Di Frisco: „Wenn wir es schaffen, möglichst lang die Null zu halten und ein paar Nadelstiche zu setzen, sollte schon etwas möglich sein.“

Vaccaro hat die längste Vorgeschichte

Vaccaro selbst hat von den Echterdinger Beteiligten die längste VfB-Vergangenheit. Elf Jahre lang spielte er einst für den Verein, von der E-Jugend bis zu den Aktiven, bei denen er als Karrierehöhepunkt unter dem Trainer Ralf Rangnick sogar zu zwei Bundesliga-Einsätzen kam. Heute noch schnürt er immer wieder mal die Schuhe für das Traditionsteam der Cannstatter. Vaccaros jetziger Echterdinger Mitstreiter Di Frisco kann immerhin auf vier Jahre im Trikot mit dem Brustring zurückblicken (C- und B-Jugend). Hinzu kommen der Co-Trainer Marijo Marinovic sowie fünf Spieler, in deren sportlicher Vita die Station VfB Stuttgart steht: der Kapitän Shaban Ismaili, der Torhüter Henning Bortel, Bastian Joas, Marcel Bahm und Timo Bäuerle. Der eigentlich sechste, Felix Gerber, Sohn des Ex-Nationalspielers Heiko Gerber, weilt aktuell für ein Auslandssemester in Australien.

Dass diese Akteure mit einer zusätzlichen Motivation auf den Rasen gehen werden, versteht sich von selbst – auch wenn die Prioritäten laut Di Frisco im Prinzip ganz anders gelagert sind. Zumindest ihm, behauptet der Coach, seien die anschließenden Aufgaben in der Punkterunde deutlich wichtiger: am Sonntag beim Tabellenzweiten Ehingen-Süd sowie sieben Tage später zuhause gegen den VfL Sindelfingen. „Wenn ich mich für ein Spiel entscheiden müsste, VfB oder Ehingen, dann gewinne ich lieber in Ehingen“, sagt Di Frisco.

Spricht’s und fügt verschmitzt an: „Aber vielleicht muss ich mich ja gar nicht entscheiden. Vielleicht gewinnen wir ja auch einfach beide Begegnungen.“ In diesem Fall stünde Calcio wie in der vergangenen Saison in der Runde der letzten Acht – und dürfte auf das nächste Hammerlos hoffen.

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