Wetterphänomen im Rems-Murr-Kreis Tornado-Verdacht in Backnang

Von https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.viersen-am-niederrhein-tornado-hinterlaesst-schneise-der-verwuestung.1532068b-f1bd-4984-8005-a910ad94477a.html 

War es ein Tornado oder eine Funnelcloud? Foto: facebook.com/tobias.wassner.1
War es ein Tornado oder eine Funnelcloud? Foto: facebook.com/tobias.wassner.1

Über dem Rems-Murr-Kreis ist am Mittwoch ein Wirbelwind gesichtet und gefilmt worden. Schäden entstanden keine – ein Experte des Deutschen Wetterdiensts erklärt, was es mit dem Phänomen auf sich hat und was Tornado und Funnelcloud unterscheidet.

Backnang - Am Mittwoch gegen 15 Uhr hat ein Wirbelwind zwischen Backnang und Aspach viele Menschen zum Staunen gebracht. Auf verschiedenen Seiten der Internetplattform Facebook haben Augenzeugen Videofilme des Wetterphänomens gepostet, das offenbar keine Schäden angerichtet hat. Bei der Polizei seien keine Meldungen eingegangen, hieß es am Donnerstag auf Nachfrage. Auch der Sprecher der Stadt Backnang, Hannes Östreich, sagte, es seien keine Schäden bekannt.

Der Diplom-Meteorologe Uwe Schickedanz vom Deutschen Wetterdienste (DWD) in Stuttgart hat sich die Videos angeschaut und spricht von einem „Tornado-Verdachtsfall“. Wenn der Wirbelwind kein Tornado gewesen sein sollte, dann sei er vermutlich eine sogenannte Funnelcloud gewesen.

Im Unterschied zu einem Tornado berühre so eine Funnelcloud nicht den Boden und richte deshalb auch keine Schäden an. Doch es gebe auch Tornados, die kaum Spuren hinterließen – wenn sie nur auf freiem Feld, etwa auf einer Wiese, entstünden. Würde sich der selbe Tornado in einem Wald oder in einem Wohngebiet bilden, wären die Schäden hingegen womöglich immens.

So kann auch im Rems-Murr-Kreis ein Tornado entstehen:

Die nötigen Bedingungen für das Entstehen eines Tornados seien am Mittwochnachmittag im Rems-Murr-Kreis gegeben gewesen, so Schickedanz, der Leiter der DWD-Niederlassung Stuttgart, die für Baden-Württemberg zuständig ist. Die Luft sei feucht gewesen. Es herrschte „thermische Labilität“, das heißt, die Luft war in der Höhe und unten warm. Zudem habe der Wind in höheren Schichten in eine andere Richtung geweht als unten. Eine Vorhersage, wo genau sich ein Tornado bilde, sei unmöglich.

Der Tornado in Backnang, wenn er denn einer war, habe „Gott sei Dank keine Schäden angerichtet“, das Wetterphänomen sei „nur“ faszinierend gewesen. Anders ein Tornado am Mittwochabend in Viersen in Nordrhein-Westfalen, dieser hatte große Schäden angerichtet.

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