In Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) wird noch aufgeräumt, da drohen bereits neue Unwetter in Baden-Württemberg. Foto: dpa

Die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser sind in vollem Gange - da drohen den Menschen im Südwesten wieder neue Unwetter mit Gewitter und Starkregen.

Stuttgart - Nach den verheerenden Unwettern mit vier Toten drohen in Baden-Württemberg erneut Gewitter und Starkregen. „Freitag und Samstag nimmt das Risiko für unwetterartige Entwicklungen zu“, sagte eine Meteorologin vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Stuttgart. Vor allem nachmittags und abends seien dann Gewitter und Starkregen zu erwarten. Bereits am Donnerstag sei im Tagesverlauf mit ersten Schauern und Gewittern zu rechnen. Wo genau die Unwetter aufträten, sei allerdings noch offen. Die Temperaturen liegen dem DWD zufolge auch in den kommenden Tagen zwischen 17 und 23 Grad.

In der Nacht zum Montag hatten schwere Unwetter über Baden-Württemberg getobt. Vier Menschen kamen dabei ums Leben, davon zwei in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis). Der Ort wurde ebenso wie Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) besonders hart von den Folgen des Hochwassers getroffen. Oberbürgermeister Richard Arnold (CDU) sprach von einer Schadenshöhe von bis zu fünf Millionen Euro allein in Schwäbisch Gmünd.

Bisher nur Schätzungen zu den Schäden

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) hatten beide Orte am Mittwoch besucht und finanzielle Hilfen in Aussicht gestellt. „Da, wo eine Not entsteht, wo man sofort und schnell helfen muss, da werden wir die Leute nicht alleine lassen“, kündigte Strobl an. Kretschmann bat die Betroffenen zugleich um Geduld. „Ohne Bürokratie geht es nicht. Das sind ja Gelder, für die wir Rechenschaft ablegen“, sagte er. Bei der nächsten Kabinettssitzung am Dienstag sollen ihm zufolge aber erste Beschlüsse zu Soforthilfen gefasst werden.

Versicherungen wollten am Donnerstag zu Schadensaufnahmen ausrücken. Bislang gibt es nur Schätzungen, aber keine konkreten Angaben zur Schadenssumme. Die SV Versicherung rechnete zuletzt mit Schäden im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, wurde aber zunächst nicht konkreter. Die Versicherung deckt als ehemaliger Monopolist immer noch etwa 70 Prozent der Gebäude im Land ab.

Fluten treffen Tierwelt mitten in der Brut

Das Unwetter hat nach Einschätzung des Naturschutzbundes (Nabu) auch in der Tierwelt viel Schaden angerichtet. „Quer durch alle Tierarten wird es zahlreiche Opfer gegeben haben“, sagte ein Sprecher des Landesverbandes in Stuttgart. Betroffen seien zum Beispiel Vögel, Fische und Insekten. Vor allem Jungtiere seien unter den Opfern. „Im Frühsommer ist der Kindergarten voll in der Tierwelt - und nun ist das Unwetter durch den Kindergarten gefegt.“

Für Tiere und Pflanzen sei das Hochwasser aber nicht nur negativ. „Naturschützer sind auch immer Fans von natürlicher Dynamik: Es ist viel kaputt gegangen, aber auch viel neuer Lebensraum entstanden.“ Eine Schlammlawine etwa könne neue Heimat für Pflanzen werden.

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