Abkühlung im Südwesten? So wird das Wetter in den nächsten Tagen

Von red/lsw 

Am Mittwochmorgen regnete es in Stuttgart. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Am Mittwochmorgen regnete es in Stuttgart. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Puh, kommt jetzt endlich mal Abkühlung? Ja, aber nur kurz und vorher wird es nass. Erstmal gibt es heftige Gewitter und stellenweise Starkregen. Und nächstes Jahr trotz diesjährigen Niedrigwassers wohl genauso viele Mücken wie normalerweise auch.

Stuttgart - Der Südwesten kann sich allmählich auf niedrigere Temperaturen einstellen - wenn auch nur für einen Tag. Vorher müssen Mensch und Tier am Donnerstag noch einen Hitzetag mit vielen Gewittern über sich ergehen lassen. Das Land gerate erst am Nachmittag in das Vorfeld einer Kaltfront, sagte Clemens Steiner, Experte beim Deutschen Wetterdienst (DWD), am Mittwoch in Stuttgart. Vorübergehend würden flächendeckend Gewitter erwartet - „da kommt jeder mal dran“. Von stellenweise heftigen Regenfällen werde sicher auch die Landwirtschaft profitieren. Die Temperaturen liegen laut DWD am Donnerstag aber immer noch zwischen 27 und 34 Grad.

Samstag wird es wieder schön

Am Freitag folge ein Zehn-Grad-Sprung nach unten, sagte Steiner. In Stuttgart könnten dann nur 22 Grad gemessen werden; landesweit liegen die Temperaturen demnach zwischen 18 und 25 Grad. „Samstag und Sonntag wird es aber gleich wieder schön“, sagte er. Eine zweite Abkühlungsperiode komme dann erst wieder ab dem kommenden Dienstag auf die Baden-Württemberger zu.

Zum Teil schwere Unwetter gingen DWD-Angaben zufolge bereits am Mittwoch über der Region am Bodensee nieder und zogen von dort aus Richtung Norden. In manchen Orten habe es innerhalb von zwei Stunden bereits um die 40 Liter pro Quadratmeter geregnet.

„Es kann immer zu Ausfällen kommen“

Wegen der Hitze gehen inzwischen durchaus auch Insekten zugrunde, besorgniserregend sei das aber nicht, sagte Experte Martin Klatt vom Naturschutzbund Nabu. „Es kann immer zu Ausfällen kommen“, erklärte er. Blütensuchenden Insekten gehe die Nahrung flöten, weil Pflanzen vertrockneten und keinen Nektar mehr bildeten. Die momentan fliegenden Arbeiterinnen bei den Hummeln seien deutlich kleiner als sonst - „weil sie als Larve nicht genug zu essen bekommen haben“.

Wer auch nächstes Jahr auf weniger Mücken hoffe, die sich wegen trockengefallener Gewässer in diesem Sommer nicht so fortpflanzen konnten wie sonst, werde aber enttäuscht: „Das holen die im kommenden Frühjahr locker wieder auf.“

Dreisam fast ausgetrocknet

Das Landratsamt Biberach verbot unterdessen, aus Flüssen, Bächen und Seen des Landkreises Wasser zu entnehmen. Eine Ausnahme gebe es nur für den Fluss Iller. Mit dem Verbot soll verhindert werden, dass Fische, Kleinlebewesen und Wasserpflanzen noch mehr unter den hohen Wassertemperaturen und den niedrigen Wasserständen leiden. Ähnliche Maßnahmen hatten zuvor auch andere Landkreise ergriffen. Der Fluss Dreisam in Freiburg war fast ausgetrocknet.

Nabu-Experte Klatt empfahl gesunden Menschenverstand bei der Bekämpfung des Klimawandels. „Es nützt nichts, zu jammern und zu klagen“, sagte er. „Es sind wir, die das Klima aufheizen.“ Die Folgen seien jetzt spürbar. Man müsse an den Ursachen schrauben - statt beispielsweise mehrmals im Jahr in den Urlaub zu fliegen.

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