Der Moment, der das Leben der Familie Koch veränderte: Samuel Koch verletzt sich bei der ZDF-Show "Wetten, dass...?" schwer. Foto: dpa

Der Vater des verunglückten "Wetten, dass...?-Kandidaten hofft auf die Heilung seines Sohnes.

Efringen-Kirchen - Dichter Nebel hüllt die Gemeinde Efringen-Kirchen im Landkreis Lörrach ein. In einem Haus am Ortsrand wohnt die Familie Koch. Bis zum 4. Dezember führte sie ein ganz normales Leben führte. Dann trat der Sohn Samuel in der ZDF-Show "Wetten, dass...?" auf und verunglückte. Seither ist nichts mehr, wie es einmal war.

"Wir haben einen unheimlich großen Beterkreis, verteilt über ganz Deutschland", sagt Christoph Koch. Seine Stimme ist ruhig, er wählt die Worte mit Bedacht, aber bestimmt. Der Blick aus seinen blaugrauen Augen ist klar. Am Samstag läuft wieder "Wetten, dass...?". Die erste Sendung seit Samuels Unfall am 4. Dezember. Millionen von Fernsehzuschauern warten darauf, was Thomas Gottschalk sagen wird. Christoph Koch wird nicht dabei sein. Öffentlich in Erscheinung treten möchte er nicht.

Die Familie ist gläubig, das gibt ihr Kraft. Jede Woche trifft sich in ihrem ehemaligen Wohnort Mappach-Wintersweiler eine Gruppe im Gemeindehaus der evangelischen Kirche, um für Samuel zu beten.

"Wir wissen, dass Gott Wunder tun kann"

Mutter Marion ist bei ihrem Sohn im schweizerischen Nottwil. Die 47-Jährige ist ausgebildete Krankenschwester. Tag für Tag ist sie bei Samuel, um ihn zu unterstützen. Vor einer Woche wurde Samuel von der Intensivstation auf die reguläre Pflegestation verlegt. Seine Atmung ist jetzt gut genug, sagt Christoph Koch. Er ist von allen Schläuchen und Dauermedizin befreit. Er muss noch ziemlich viel liegen, sein Kreislauf ist stabil.

Wie es seinem Sohn geht? Christoph Koch denkt nach. Es fällt ihm sichtlich schwer, die Frage zu beantworten. "Er ist querschnittsgelähmt von der Schulter abwärts. Wobei ich gerne hinzufügen möchte - im Moment. Wir leben in dem Wissen, dass Gott Wunder tun kann." Samuel werde sich bei Gelegenheit selbst äußern. Er sei geistig fit und absolut da, erzählt sein Vater. Viele seiner Bekannten und alle Kommilitonen hätten ihn bereits besucht.

"Wir können auch heute Spaß haben, uns freuen, miteinander lachen, aber ziemlich plötzlich bleibt uns dann wieder wie so ein Kloß im Hals stecken." Beim letzten Besuch - Christoph Koch fährt jedes Wochenende in die Schweiz - sagte Samuels Bruder Jonathan (14): "Wir gehen jetzt dann." Und Samuel antwortete: "Ich komm' mit." Christoph Koch schluckt. "Das ist er, das ist auch schön. Weil sein Charakter, das was ihn ausmacht, noch da ist. Mein allergrößter Wunsch ist, dass das bleibt."

Die Zeit steht irgendwie still für die Familie. Tochter Elisabeth lebt wieder zu Hause. Als Samuel in der Sendung auftrat und verunglückte, saß die 20-Jährige in Oslo am Fernseher, arbeitete dort als Au-pair. Statt in Oslo schmeißt Elisabeth jetzt in Efringen-Kirchen den Haushalt. "Für die Leute im Dorf ist es schwerer, auf uns zuzugehen, habe ich den Eindruck", sagt Christoph Koch. "Keiner weiß ja so recht, was er sagen will oder kann."

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: