Bei der Vorbereitung des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“: Die Esslinger Flötistin Nadjana Panteleit wird von ihrer Mutter Kathrin am Klavier begleitet. Foto: Rainer Kellmayer

Großer Erfolg für Nadjana Panteleit: Die Esslinger Querflötistin hat sich mit einem ersten Preis und maximaler Punktezahl für den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ qualifiziert.

Wenn man Nadjana Panteleit fragt, was sie am Querflötenspiel begeistert, beginnen ihre Augen zu leuchten: „Die Flöte ist ein herrliches Instrument. Man kann beim Spielen Gefühle ausdrücken, verschiedene Klangfarben zaubern und extreme Tonlagen sowie eine breite dynamische Skala austesten“. Auch die technischen Möglichkeiten und die vielfältigen Gelegenheiten, in Kammermusikbesetzungen oder Orchestern zu musizieren, seien faszinierend.

 

Beim Landeswettbewerb überzeugt die Flötistin auf ganzer Linie

Man spürt: Sie lebt für ihr Instrument. Da verwundert es nicht, dass die 19-Jährige kürzlich einen besonderen Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere feiern durfte. Beim Landeswettbewerb Baden-Württemberg „Jugend musiziert“ erspielte sich die Esslinger Querflötistin in Offenburg mit dem Maximum von 25 Punkten einen ersten Preis. Ihre musikalisch und technisch ausgefeilten Vorträge anspruchsvoller Flötenwerke begeisterten die Jury: Sie wurde zum Bundeswettbewerb in Lübeck weitergeleitet, wo sich über die Pfingsttage hochtalentierte Musikerinnen und Musiker aus der ganzen Bundesrepublik im musikalischen Wettstreit messen werden.

Begonnen hat alles relativ bescheiden mit erstem Querflötenunterricht beim Musikverein Uhingen. Nadjana Panteleits Vater, Leitender Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche in Esslingen, war damals im Filstal tätig. Später führte der Weg an die Jugendmusikschule Göppingen, wo sie bis heute in der Klasse von Anna-Maria Domhan-Herbst flötistisch ausgebildet wird.

In Göppingen spielte Nadjana Panteleit im sinfonischen Jugendblasorchester und im Sinfonieorchester der Jugendmusikschule. „Das Zusammenspiel mit den verschiedenen Instrumentengruppen hat riesigen Spaß gemacht“, erzählt die junge Musikerin. Besonders die Auslandsreisen, die in Metropolen wie Barcelona, Rom oder Prag geführt haben, hätten unvergessliche Erlebnisse gebracht.

Bei der Wettbewerbsvorbereitung indes ist sie eher Einzelkämpferin. „Ich bin eine Perfektionistin. Es wird so lange geübt, bis auch die musikalischen Details funktionieren“, zeigt sich Nadjana Panteleit ehrgeizig. Es ist ein Glücksfall, dass ihre Mutter, die Lehrerin an der Esslinger Pliensauschule ist, hervorragend Klavier spielt. „Wir proben zwei- bis dreimal pro Woche“, gibt Kathrin Panteleit, die stolz auf den Übefleiß ihrer Tochter ist, einen Einblick in die musikalische Werkstatt. Früher schon hat die intensive Probenarbeit des musikalischen Tandems Erfolge bei „Jugend musiziert“ gebracht, und auch beim Ostfilderner Bernhard-Krol-Wettbewerb gab es vor Jahren einen Preis. War bei so viel musikalischem Talent ein Musikstudium keine Option? Nach dem Abitur im vergangenen Jahr am Esslinger Georgii-Gymnasium habe sie kurz darüber nachgedacht, die Musik zum Beruf zu machen. Doch dann fiel die Entscheidung für ein Lehramts-Studium in Tübingen. „Die Musik bleibt weiterhin mein liebstes Hobby“, betont Nadja Panteleit. Als Studienfächer wählte sie Mathematik und Latein. Sprachen begeistern sie ohnehin: Sie spricht nicht nur Italienisch und Griechisch, auch von der russischen Sprache ist sie fasziniert.

Mit Volleyball hält sich die Musikerin körperlich fit

Doch die Musik lässt die vielseitig Begabte nicht los. Neben dem Endspurt zum Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ bereitet Panteleit derzeit die Teilnahme am Online-Wettbewerb der Deutschen Gesellschaft für Flöte vor, der anspruchsvolle Aufgaben stellt: „Es werden nur Solowerke verlangt, die allesamt zur ersten Liga der Flötenliteratur zählen“.

Da ist fleißiges Üben angesagt. Doch bei alledem findet Nadjana Panteleit noch Zeit für weitere Hobbys: „Ich höre viel Musik, auch aus dem Popbereich, und körperlich hält mich das Volleyballspiel fit“. Zudem beherrscht sie das Tischkicker-Spiel virtuos, und auch regelmäßige Treffen mit Freunden sind ihr wichtig. Langweilig wird es Nadjana Panteleit keineswegs. Und vielleicht kann die junge Musikerin beim Bundeswettbewerb in Lübeck einen weiteren schönen Erfolg feiern.

Der Wettbewerb „Jugend musiziert“

Modus
 Der unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehende Jugendwettbewerb, an dem alljährlich Tausende Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene teilnehmen, wird in drei Stufen – auf Regional-, Landes- und Bundesebene – ausgetragen. Die ersten Preisträger mit 23 bis 25 Punkten erreichen die jeweils nächste Stufe. Auf allen drei Wettbewerbsebenen werden Urkunden und Preise verliehen. Darüber hinaus vergeben Stiftungen, Organisationen und Privatpersonen Förderpreise, Sonderpreise und Stipendien.

Preisträger
 Aus dem Landkreis Esslingen haben sich beim Landeswettbewerb Baden-Württemberg in Offenburg mit dem Maximum von 25 Punkten für den Bundeswettbewerb in Lübeck auch qualifiziert: Hannes Berg (Horn/Nürtingen), Letizia Claudi (Violine/Esslingen), Maya Strokov (Viola/Ostfildern) und Clara Richard-Kömen (Klarinette/Filderstadt). Zudem dürfen sich einige weitere erste Preisträger aus unserer Region, die mit 23 oder 24 Punkten bewertet wurden, über die Pfingsttage den Bundesjurys stellen.