Jonathan Winkler (links) und Konrad Storch vom Jugendrat Nord haben den Wettbewerb mit organisiert Foto: Annina Baur

Die Stadtbibliothek zeigt die Ergebnisse eines vom Jugendrat Nord ausgelobten Kunstwettbewerbs.

S-Mitte/S-Nord - Die Verzweiflung steht dem Jungen ins Gesicht geschrieben. Angesichts unzähliger mathematischer Formeln und literarischer Ergüsse schwirrt ihm so sehr der Kopf, dass er sich eines der Schulbücher über eben diesem zusammenschlägt. Die Szene ist zum Glück nur gemalt – und vermittelt doch eine wichtige Botschaft. „Zu viel des Guten“ hat die Gymnasiastin Rose Bröckel ihr Werk genannt und die Jury ins Herz getroffen: „Ich denke, jeder von uns kennt dieses Gefühl. Weil das Bild außerdem technisch und zeichnerisch stark ist, erhält es den ersten Preis“, sagte Ingrid Bauer am Freitag bei der Vernissage in der Stadtbibliothek.

Eine dreiköpfige Jury, zu der Bauer gehörte, hat die Werke beurteilt, die Jugendliche beim Kunstwettbewerb des Jugendrats Nord eingereicht hatten. Die Wahl sei der Jury sehr schwer gefallen: „Wir waren beeindruckt von der Vielfalt und der Kreativität“, sagte Bauer. Abgegeben worden waren sowohl Kreide- und Bleistiftzeichnungen als auch mit Wasser- und Acrylfarben gemalte Bilder sowie Werke im Pop-Art-Stil. Die Werke vermitteln manchnal eindeutige, manchmal versteckte Botschaften, wie etwa den Wunsch nach Frieden, die Aufforderung zu mehr Tierschutz oder mehr Akzeptanz für Homosexuelle.

Die Stadtbibliothek will Kreativität und Querdenken fördern

„Deine Meinung“ hatte der Jugendrat Nord den Wettbewerb überschrieben. Weil auch die Stadtbibliothek Kreativität und Querdenken fördern wolle, seien die Werke der Jugendlichen an diesem Ort genau richtig aufgehoben: „Man sieht an den Bildern, dass Jugendliche sehr wohl eine Meinung haben“, lobte Ingrid Bußmann, die Leiterin der Stadtbibliothek.

Der Jugendrat Nord hatte das Thema gewählt, weil es einerseits gut zum Jugendrat passe und den Jugendlichen andererseits viel künstlerische Freiheit lasse, sagt Jonathan Winkler, der Sprecher des Jugendrats. „Natürlich wollen wir mit unseren Projekten auch auf den Jugendrat aufmerksam machen und andere Jugendliche begeistern“, so Winkler. Mindestens ebenso wichtig sei dem Gremium aber gewesen, jungen, unbekannten Künstlern ein Forum zu bieten. Die ersten drei Gewinner dürfen jeweils an einem Kunstworkshop an der Jugendkunstschule teilnehmen.

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