Trainert wird gemeinsam, gestartet getrennt. Spaß macht beides. Foto:Horst Rudel Foto:  

Das Mops- und Bulldoggenrennen in Wernau zählt zu den größten im Bundesgebiet. Im Neckartalstadion treffen sich die Liebe zum Hund und der Sportsgeist.

Wernau - Wenn Django einen Ball sieht, dann wird er zum Tier. Auch am Sonntag, im Wernauer Neckartalstadion, hat es kein Halten mehr gegeben, als sein Herrchen Lukas Cisek ihm mit einem tennisballgroßen Spielzeug vor der kurzen Nase herumgewedelt hat. In der Rennklasse „Französische Verführer“ hat der fünf Jahre alte Django die Meute seiner Artgenossen weit hinter sich gelassen. Mit einer Zeit von 5,69 Sekunden für die 50-Meter-Strecke war Django seinen Mitbewerbern mehr als eine Nasenlänge voraus – wenn das bei einem Mops überhaupt als Längenmaß anerkannt wird.

Django, der schneller rennt als sein eigener Schatten, war einer der Stars beim Süddeutschen Mops- und Bulldoggenrennen, das am Wochenende zum achten Mal in Wernau ausgetragen worden ist. Mehr als 150 vierbeinige Starter in zehn verschiedenen Rennklassen haben dem zweitägigen Familientreffen der Hundefreunde im Neckartalstadion eine sportliche Note gegeben.

Im Friseursalon ist Django der Hahn im Korb

Allen voran natürlich Django. Dessen Erfolg kommt nicht von ungefähr. „Wir machen jeden Tag Sport“, gab Lukas Cisek, der im Zweier-Gespann mit Heiko Helfrich den Hund betreut, das gar nicht so überraschende Geheimnis des schnellen Fegers mit kurzen Beinen preis. Der Wernauer Siegerpokal wird wohl in dem von Heiko Helfrich betriebenen Friseursalon am Kleinen Markt in der Esslinger Innenstadt einen Ehrenplatz finden. „Eigentlich ist Django ja ein richtiger Salonhund“, sagte Helfrich schmunzelnd und in Anspielung auf den Lieblingsplatz des Rüden, der nun von der Kundschaft wohl noch mehr als bisher als Hahn im Korb hofiert werden dürfte.

Nicht ganz so zufrieden zeigte sich die Veranstalterin Elisabeth Both mit der Teilnehmer- und Zuschauerresonanz an den beiden Tagen. „Am Samstag war es zu heiß. Da gehen die Hundebesitzer mit ihren Tieren zwar Gassi, aber eben in den frühen Morgen- oder Abendstunden“, äußerte sie Verständnis. Zumal die der Hitze wegen freiwillig auferlegte Wettkampfabstinenz die Vorbehalte vieler Tierschützer, die Tiere würden verheizt, gegenstandslos mache. Und am Sonntag habe der Regen über Mittag die Bilanz etwas verhagelt.

Die Chefin ist ganz vermopst

Trotzdem hatte Elisabeth Both, die die Veranstaltung vor sieben Jahren aus der Taufe gehoben hat, einen Grund zum Strahlen. Ihrer Verdienste um der Möpse und Bulldoggen wegen wurde ihr vom Bundesmopspräsidenten das Bundesmopsverdienstkreuz an die Bluse geheftet. „Ich bin total vermopst“, bekannte sie sichtlich gerührt in ihrer Dankesrede.

Der Spaß, den sich der Moderator mit der Verleihung des Ordens gemacht hat, hat einen ernsten Hintergrund. Als Elisabeth Both, die auch schon Rennpferde trainiert hat, vor Jahren auf den Mops gekommen ist, hat es im ganzen Land keine Gelegenheit gegeben, sich mit Gleichgesinnten zu treffen. „Da haben wir das Mopsrennen erfunden“, sagt sie. Die erste Anfrage bei der Wernauer Stadtverwaltung war unbeantwortet geblieben. „Die haben uns nicht ernst genommen“, vermutet Elisabeth Both.

Inzwischen hat das Treffen seinen festen Platz im Veranstaltungskalender, lockt es doch jedes Jahr mehrere tausend Besucher nach Wernau. Im Stadion hat auch gutes Dutzend Aussteller Waren rund um den Hund feilgeboten. Dort sind, neben der Edition Mops, einer Sonderabfüllung des Weinguts Häußer, auch Hundetragetaschen angeboten worden. Ein Sportler wie Django würde ob dieser Art der Fortbewegung wohl die Nase rümpfen.

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