Gegen Ende der Freibadsaison verzeichnen viele Betriebe im Kreis Göppingen deutlich weniger Besucher als im vergangenen Jahr. Ein Grund dafür waren rund drei Wochen schlechtes Wetter.
Der Sommer hatte bisher einiges im Gepäck, von Hitzetagen mit gut 35 Grad, gefolgt von kühler Witterung, mit 15 Grad und Regen, war alles dabei. Blitz und Donner gab es mehr als genug.
„Die Besucherzahlen liegen deutlich unter dem Vorjahr“, sagt Heiko Blum, Chef des Bad Boller Freibads. 28 000 Besucher hat er gezählt, im Vergleich zum vergangenen Jahr ein Minus von 9000. „Mit 43 000 Besuchern haben wir die letzte Freibadsaison beendet“, sagt Blum. Mit Blick auf die nächsten Tage meint er, dass man da noch einiges aufholen könne.
Die Wetterkapriolen hätten die Besucherzahlen deutlich geschmälert. Als Beispiel nennt Blum den 7. August, bei 15 Grad und Regen kamen 38 Wasserratten. „Da war das Wasser deutlich wärmer als die Außentemperatur“, schmunzelt Heiko Blum. Teilweise wurden die Freibadzeiten deshalb eingeschränkt. Die Ferienzeit schlage zu, man habe den Eindruck, ganz Boll sei im Urlaub. In den Vor-Corona-Jahren hatte das Freibad zwischen 43 000 und 55 000 Badegästen. „Bisher war bei uns alles sehr entspannt“, sagt Blum. Bei schlechtem Wetter kommen fast ausschließlich die Saisonkarteninhaber.
Durchschnittlich etwa 740 Badegäste täglich im Göppinger Freibad
Rund 740 Besucher pro Tag hat das Göppinger Freibad bisher im Durchschnitt gezählt, in Summe 75 633. Obwohl das neue Technikgebäude während des Betriebs gebaut wird, kam es nicht zu Einschränkungen des Badebetriebs. In Donzdorf haben bisher 26 000 Badegäste das kühle Nass genossen. „30 000 werden wir wahrscheinlich voll machen“, meint Andreas Nagel von der Stadtverwaltung. Knapp 40 000 Besucher wurden 2022 gezählt, Rekorde wurden in den Jahren 2015 und 2018 mit mehr als 50 000 Gästen erreicht. „Besondere Vorfälle gab es nicht“, sagt Nagel.
Auch im Uhinger Freibad liegt man mit bisher 32 100 Besuchern noch deutlich unter Vorjahresniveau. „Das schlechte Wetter hat die Zahlen deutlich gedrückt“, erzählt Sascha Hinz, hätte man beständiges Badewetter gehabt, wäre man jetzt wahrscheinlich schon bei 40 000 Besuchern. Der Sonntag sei tendenziell der besucherstärkste Tag, da kämen bis zu 2500 Wasserratten. Auch in Uhingen gab es keine Randalierer. „Aber Freibadeinsteiger“, sagt Hinz – die, die den Nervenkitzel suchen und sich nachts einschleichen, um sich nackt in die Fluten zu stürzen. „Die wurden von einer Polizeistreife in flagranti erwischt“, schmunzelt der Bademeister. Die geringeren Besucherzahlen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Bilanzen der Freibäder im Landkreis.
72 000 standen im vergangenen Jahr in Salach unter dem Strich zu Buche, 2023 sind es bislang 52 000. „Drei Wochen schlechtes Wetter machen sich deutlich bemerkbar“, sagt Monique Kicherer, die stellvertretende Leiterin der Salacher Finanzverwaltung. Viel wird nicht mehr dazu kommen, denn das Schachenmayr-Freibad schließt zum 31. August, gut eine Woche früher als in den Vorjahren. Auf der Homepage steht der Grund: notwendige Bauarbeiten.
Salach hofft auf eine Förderung der Freibadsanierung
Laut Kicherer werden die aber nicht stattfinden. „Der Sanierungsbeginn war angedacht, die Förderbescheide liegen aber noch nicht vor, deshalb beginnen die Arbeiten erst im kommenden Jahr“, sagt sie. Weil man die Freibadschließung aber längst kommuniziert habe, bleibe es dabei und das hat noch einen weiteren Grund, der bei den Badegästen für Unmut gesorgt hat. An einigen Tagen standen sie vor verschlossenen Türen, das Freibad öffnete nicht wie gewohnt bereits um sieben Uhr, sondern erst um 12 Uhr und das ausgerechnet am Wochenende. An einem Montag blieb es komplett zu. Krankheitsbedingten Personalmangel nennt Monique Kicherer den Anlass. „Vor allem Saisonkarteninhaber haben sich geärgert“, sagt sie, die Verwaltung hatte für das Problem aber keine andere Lösung parat.
Bäder bieten bis in September Abkühlung
Saisonende
Letzter Öffnungstag ist dieses Jahr im Freibad in Salach am 31. August, in Göppingen am 3. September, in Bad Boll, Uhingen und Donzdorf am 10. September.
Erneuerung
Rund 1,3 Millionen Euro sollen in die Sanierung des Salacher Freibads investiert werden. Umkleide- und Sanitärräume sollen barrierefrei werden, eine bessere Filtertechnik wird eingebaut und auf der Westseite unterirdisch ein neues Schwallwasserbecken errichtet. Beim Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ wurde ein Zuschuss beantragt. Bei einer Zusage bekommt Salach bis zu 495 000 Euro.
Änderung
Das Freibad in Salach ist von Freitag, 25. August, bis Sonntag, 27. August, jeweils von 12 bis 20 Uhr geöffnet.