David Larible ist von den Plakaten verschwunden: Der Zirkus hat die Werbung aktualisiert und zeigt nun nicht mehr den internationalen Zirkusstar. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

David Larible verteidigt sich gegen die Vorwürfe, sich an einer Minderjährigen vergangen zu haben. Er schildert die Begegnung in einem Züricher Hotelzimmer anders als die 14-Jährige und deren Mutter.

Stuttgart - Nach den Vorwürfen der Unzucht mit einer Minderjährigen hat sich der Clown David Larible nun dazu geäußert: „Es käme mir nie in den Sinn, ­irgendetwas Sexuelles mit einem Kind zu wollen. Niemals in meinem Leben habe ich an so etwas gedacht“, sagt er am Montag gegenüber unserer Zeitung. „Sie können sich nicht vorstellen, wie traurig ich bin, nicht in Stuttgart zu sein“, fügt der 59-jährige italienische Zirkusstar hinzu.

David Larible war am 20. November in der Schweiz festgenommen worden und verbrachte eine Nacht in Vorführungshaft. Eine 14-Jährige und ihre Mutter sollen ihn angezeigt haben. Sie werfen ihm vor, die Jugendliche mit ins Hotelzimmer genommen und ihr Zungenküsse gegeben zu haben.

Larible: „Es bricht mir das Herz.“

„Da ist überhaupt nichts dran“, verteidigt sich Larible, der das Telefoninterview im Büro seines Züricher Anwalts Valentin Landmann entgegennimmt. „Es ist für mich schon erniedrigend genug, dass ich Ihnen Fragen zu dem Thema beantworten muss. Ich bin echt erledigt“, sagt der Spaßmacher mit trauriger Stimme. „Was mich aber weitermachen lässt, ist, dass ich ja weiß, dass ich unschuldig bin.“ Seine Familie habe er inständig gebeten, trotz der Ermittlungen gegen ihn nach Stuttgart zu fahren. Tochter Shirley Larible tritt im Weltweihnachtscircus auf. „Du kannst ­jedem mit erhobenem Haupt in die Augen ­sehen, denn ich bin unschuldig“, das habe er seiner Tochter mit auf den Weg gegeben.

Larible unterstellt der Jugendlichen nicht, dass sie lügen würde

Die Vorwürfe könne er sich nicht erklären. Er habe sich etliche Male mit der 14-Jährigen getroffen. „Ein ganz besonderes Kind, das ich unter meinen Flügel genommen habe“, sei sie. Sie habe keinen Vater und wolle Artistin werden. Dass sie in seinem Hotelzimmer gewesen sei, das stimme. „Aber ich habe sie nur umarmt und ihr einen Kuss auf die Stirn gegeben“, erläuterte er. „Ich will nicht sagen, dass sie lügt. Aber vielleicht hat sich da etwas in ihrer Fantasie entwickelt", mutmaßt Larible.

Laribles Anwalt Valentin Landmann betont, dass der Kontakt zu der 14-Jährigen auch nach dem Treffen im Hotel „normal“ gewesen sei. „Sie schrieben sich weiterhin Nachrichten“, sagt er. Die Ermittler haben nun den Kontakt untersagt.

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