Der Saltico-Chef Andreas Schweickert würde auch die Bronzestatue „Dame in Rot“, ein ­beliebtes Fotomotiv, gerne wieder auf den Berg holen. Foto: Horst Rudel

Mit Veranstaltungen und einem abgestimmten Gastronomieangebot lockt die Agentur Saltico Besucher auf den Göppinger Hausberg. Jetzt gibt es neue Ideen.

Göppingen - Jahrelang thronte der Hohenstaufen unbeachtet über Göppingen, nur ab und zu verirrte sich ein Wanderer auf den stillen Zeugenberg und freute sich über die herrliche Aussicht auf den Albtrauf. Mehr als die schöne Aussicht war dort oben, wo die Staufer einst ihre Dynastie begründeten, allerdings auch nicht geboten. Schließlich ist von der Burg bis auf ein paar Mäuerchen schon lange nichts mehr übrig. Doch seit die Werbeagentur Saltico vor sechs Jahren das Ausflugslokal Himmel und Erde gepachtet hat, das die Stadt einige Zeit zuvor auf den Gipfel gebaut hatte, hat sich das gründlich geändert. Rund 35 000 Besucher sind im Jahr 2017 auf den Berg gewandert, berichtet der Saltico-Chef Andreas Schweickert. Wenn es nach ihm geht, werden es künftig noch mehr.

Schweickert hat dem Gemeinderat jüngst seine neuesten Ideen für die Vermarktung des Göppinger Hausbergs präsentiert, denn wie er bereits vor drei Jahren im Gemeinderat sagte: „Man kann nicht einfach nur eine Gaststätte auf den Berg stellen und erwarten, dass die Besucher schon kommen werden.“ Entsprechend verknüpft Schweickert schon seit einigen Jahren Kulinarik, Veranstaltungen, Geschichte und Natur auf dem Hohenstaufen zu einem Gesamtpaket, das viele Bürger anspricht. „Es geht nicht darum, den Berg zu verrummeln“, sagte Schweickert jetzt im Gemeinderat. Doch der Hohenstaufen könne durchaus noch mehr Ausflügler vertragen. Das Ziel von Saltico sei, das Wahrzeichen konzeptionell weiterzuentwickeln, ohne den Berg zu überfrachten.

Lichtkunst soll eine zauberhafte Winterwelt schaffen

So schwebt Schweickert vor, den Berg im Winter stundenweise zu beleuchten. Mit ansprechender Lichtkunst will der umtriebige Agenturchef den Hohenstaufen zwischen Oktober und Neujahr für Besucher attraktiv machen. An vier Tagen pro Woche soll geschickt platziertes buntes Kunstlicht drei Stunden lang während der Öffnungszeiten der Gaststätte eine zauberhafte Winterwelt erschaffen. Im Luisenpark in Mannheim sei das Winterlichter genannte Spektakel beim Publikum sehr beliebt, berichtete er. „Und Herr Rapp hat auch nichts dagegen, solange die Beleuchtung zeitlich befristet bleibt“, wehrte Schweickert mögliche Einwände von Naturschützern gleich mit dem Verweis auf den Vorsitzenden des Nabu-Kreisverbands, Wolfgang Rapp, ab, der selbst in Hohenstaufen wohnt.

Außerdem will Schweickert die beliebten Themenabende ausbauen, die Kultur und Kulinarik verbinden. Im vergangenen Jahr gab es auf dem Berg 20 Veranstaltungen, das Spektrum reichte von einem chilenischen Abend über eine Whiskey-Summernight, eine literarische Zeitreise, Kunstgeschichte mit dem Kunsthallenleiter Werner Meyer, Begegnungen mit der Fledermäusen bis zum Thema Mythos Apfel mit der Tübinger Autorin Vera Zingsem.

Das Hoffen auf Zuschuss vom Land oder vom Kreis

Auch das kulinarische Angebot will Schweickert erweitern. Dazu möchte er an der Grillstelle einen Holzbackofen für 13 000 Euro bauen lassen – sofern die Stadt zustimme, sagt er. Die für den Hohenstaufen ebenfalls zuständige Staatliche Schlösser und Gärten unterstützt das Vorhaben bereits. Andreas Schweickert schwebt vor, den Ofen bei eigenen Veranstaltungen zu nutzen, etwa für ein öffentliches Hefezopfbacken beim Honigfest oder Brotbackkurse im Rahmen des Schülerferienprogramms – und um das Angebot der Gaststätte um Flammkuchen und Ähnliches zu erweitern. Aber auch Dritte sollen den Ofen nach einer entsprechenden Einweisung nutzen dürfen.

Um all das stemmen zu können, erhält Saltico seit zwei Jahren einen Zuschuss über 27 000 Euro von der Stadt. Hinzu kommt die Unterstützung von Sponsoren und dem Freundeskreis Hohenstaufen. Dennoch bleibt die Agentur bislang auf einem erklecklichen Sümmchen sitzen, wie Schweickert berichtete. Denn die Gesamtkosten für die Veranstaltungen und die Werbung lägen bei 90 000 Euro im Jahr. Schweickert hofft, dass künftig der Kreis oder das Land mit einem Zuschuss über weitere 30 000 Euro einspringt. Ein entsprechender Antrag ist gestellt. Die Gaststätte hänge zwar konzeptionell mit den Veranstaltungen zusammen, die Bücher seien aber streng getrennt, sagte Schweickert. Das Lokal finanziere sich selbst.

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