Weinliebhaber und viele Fachleute lassen sich beim Weintreff in der Alten Kelter nicht nur einmal einschenken. Foto: Eva Herschmann


Die 22. Auflage der jährlichen Produktschau in der Alten Kelter in Fellbach ist ein Erfolg. An zwei Tagen verkosten mehr als 3000 Besucher über 300 Tropfen von 54 Erzeugern aus dem Remstal und der Region.

Fellbach - Das Einzige, was den Scharen von Besuchern mit zunehmender Verweildauer manchmal Mühe bereitete, war das Hantieren mit Stielglas, Katalog und Kugelschreiber. Ansonsten bedeutete der Besuch beim Weintreff in der Alten Kelter in Fellbach puren Genuss für alle Weinliebhaber und Fachleute. Zum 22. Mal hat der Tourismusverein „Remstalroute“ unter dem beeindruckenden hölzernen Gebälk der „Kathedrale des Weins“ Produzenten und Verbraucher zusammengebracht.

Zwei Tage verkosteten und bewerteten die Besucher die Weine von Selbstversorgern und Genossenschaften. Einige flanierten von Stand zu Stand, probierten von allem ein bisschen, machten sich eifrig Notizen und freuten sich über neue Entdeckungen. Andere machten sich gezielt auf der Suche nach ihren Lieblingsweinen.

Für die kommentierten Weinproben stand Otto Geisel, gelernter Koch und Spross einer renommierten Münchner Gastronomenfamilie, bereit

Zu den Suchenden zählte Elisabeth Schöneck aus Hegnach, die sich nicht als Weinkennerin, aber als Genießerin bezeichnet. Sie wollte in der Alten Kelter einen edlen Tropfen nach ihrem Geschmack finden – und war erfolgreich. Was bei mehr als 300 Weinen, die von 58 Erzeugern aus dem Remstal, aus Stuttgart und Esslingen präsentiert wurden, nicht verwunderlich ist. Der trockene Syrah Barrique, Lämmler Edition „P“ der Fellbacher Weingärtner hat es Elisabeth Schöneck vom ersten Schluck an angetan. „Bei mir muss es nicht immer ein teurer Wein sein. Mir schmeckt, was mir schmeckt, und der Syrah ist schön rund im Mund.“

Das Kompliment für den Tropfen, den Kellermeister Werner Seibold am Fuße des Kappelbergs kreiert hat, ist Thomas Seibold, dem Vorsitzenden der Fellbacher Weingärtner, heruntergegangen wie Eiswein. „Der Syrah ist tatsächlich erstaunlich weich, obwohl es ein 2015er-Jahrgang ist.“

Gerhard Wilberg aus Rommelshausen kommt seit Jahren zum Weintreff. Neben dem Genuss im Glas sucht er dabei auch Erkenntnisse bei Experten. Für die kommentierten Weinproben stand an diesem Wochenende Otto Geisel, gelernter Koch und Spross einer renommierten Münchner Gastronomenfamilie, bereit. Er hat den Besucher aus der Nachbargemeinde voll überzeugt. „Geisel hat es erfrischend anders gemacht. Für mich war es ein Erlebnis, ihm zuzuhören, denn er hat nicht gesagt, der Wein hat so oder so ein Aroma, sondern er hat es in Verbindung mit Essen und Leben gebracht, einfach ganzheitlich“, lobte Gerhard Wilberg den Wegbegleiter durch die Vielfalt von Sorten, Lagen und Stilen.

Stefan Altenberger war mit dem 22. Weintreff mehr als zufrieden

Stefan Altenberger, der Vorsitzende der Remstalroute und Schultes in Kernen, hält ebenfalls große Stücke auf den Weinreferenten. „Wenn Otto Geisel ein Auto verkaufen würde, würde er nichts über PS oder Verbrauch sagen, sondern Geschichten von Emotionen erzählen.“ Nicht nur wegen des Erfolgs der geführten Weinproben war Stefan Altenberger mit dem 22. Weintreff mehr als zufrieden. „Wir gehen immer von rund 3000 Besuchern an beiden Tagen aus, aber ich glaube, in diesem Jahr liegen wir etwas über unserem normalen Schnitt.“

  
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