Der Girls Day soll Mädchen für technische Berufe begeistern. In Weilimdorf tüftelten die Schülerinnen an einer Infrarot-Lichtschranke. Foto: Martin Braun

Beim Girls Day können Mädchen in technische Berufe hineinschnuppern. Bei Siemens in Weilimdorf haben Schülerinnen eine Infrarot-Lichtschranke konstruiert.

Transistoren, Dioden und Litzen einlöten, Schrumpfschläuche aufschieben und zum Schluss die Batterie anklemmen und die Funktion testen: 30 Schülerinnen konstruierten am vergangenen Donnerstag bei Siemens in Weilimdorf eine Infrarot-Lichtschranke.

Am Donnerstag war Girls Day. Seit mittlerweile 15 Jahren können an diesem Tag Schülerinnen in ganz Deutschland in sogenannte MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften) hineinschnuppern. Auch im Stuttgarter Norden haben sich einige Betriebe am Girls Day beteiligt, darunter Siemens. Dort tüftelten 30 Mädchen unter der Anleitung von Klaus Wirkner an Lichtschranken. Dem Ausbilder standen fünf seiner Studierenden zur Seite: vier Studenten und eine Studentin – so verkehrt kann die Idee hinter dem Girls Day also nicht sein.

Greta Braun unterstützte Wirkner und half den Schülerinnen bei Fragen weiter. Sie studiert an der Dualen Hochschule Elektrotechnik, von ihren rund 30 Kommilitonen sind fünf weiblich. Anfangs habe sie das schon ein wenig gestört, jetzt nicht mehr: „Ich habe mich noch nie so gleichberechtigt gefühlt wie jetzt“, sagt die 19-Jährige. Auch sie hat als Schülerin schon beim Girls Day mitgemacht, allerdings in einem anderen Unternehmen.

Unter den Azubis und Studenten sind auch frühere Teilnehmerinnen

Er habe aber unter seinen Auszubildenden und Studentinnen schon welche gehabt, die ihn noch vom Girls Day kannten, berichtet Wirkner. Auch unter den diesjährigen Teilnehmerinnen sind einige potenzielle Kolleginnen von morgen. Die 13-jährige Anna und die 15-jährige Paula etwa. Sie gehen aufs Lise-Meitner-Gymnasium in Remseck und können sich gut vorstellen, als Ingenieurinnen zu arbeiten.

Cora besucht das Technische Gymnasium der Max-Eyth-Schule. Sie hat das Profilfach Mechatronik belegt und möchte später Motorenbau studieren. Auch die zwölfjährige Katharina hat schon konkrete Vorstellungen für ihre Zukunft: „Ich möchte später Robotertechnik studieren.“ An ihrer Schule ist sie in der Erfinder-AG, als eines der wenigen Mädchen unter zahlreichen Jungs.

Auch in Coras Klasse ist das Geschlechterverhältnis nicht ganz ausgeglichen: Von ihren 22 Mitschülern sind nur zwei Mädchen. Das stört die 16-Jährige aber nicht im Geringsten: „Meistens ist es mit Jungs sowieso gechillter.“ Da muss sie sich für die Zukunft keine Sorgen machen: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit lag der Frauenanteil in den MINT-Berufen im Jahr 2013 bei gerade einmal 14 Prozent.

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