Ein LKW-Fahrer hat den Weihnachtsbaum auf dem Vaihinger Markt umgefahren, er musste ein zweites Mal aufgerichtet werden. Lokalpolitiker fordern nun Konsequenzen.
Wunderschön sieht er aus: Geschmückt mit Lichterketten, leuchtenden Sternen sowie roten und goldenen Kugeln steht der Weihnachtsbaum seit Kurzem auf dem Vaihinger Markt in unmittelbarer Nähe zum Bezirksrathaus. Doch ein bisschen mickrig ist er schon – und das hat mehrere Gründe. Zum einen sei es in diesem Jahr ohnehin schwierig gewesen, einen ausreichend großen Weihnachtsbaum zu finden, sagt Antje Fydrich. Sie ist für die Stadtisten stellvertretendes Mitglied des Bezirksbeirats und hat zusammen mit einigen Mitstreitern die Sache in die Hand genommen. In der vergangenen Woche habe man eine Fichte zurückgehen lassen, weil sie viel zu klein gewesen sei. Im zweiten Anlauf sei dann ein ausreichend großer Baum geliefert worden. Doch kaum dass er gestanden habe, sei er von einem LKW-Fahrer umgefahren worden. „Der musste dann wieder aufgestellt werden. Jetzt ist er etwas kleiner und sieht durch den Sturz außerdem etwas gerupft aus“, sagt Antje Fydrich.
Für sie und den gesamten Bezirksbeirat hat die Sache einen sehr ernsten Hintergrund. Und dabei geht es keinesfalls um geschmälerte Weihnachtsvorfreude. „Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen. Wie kann man einen so großen Baum übersehen?“, fragt Antje Fydrich und ergänzt: „Nächstes Mal steht an der Stelle ein Kind, das richtet sich nicht mehr auf.“ Die Lokalpolitiker in Vaihingen fordern schon seit Jahren einen autofreien Vaihinger Markt. Vor gut einem Jahr wurde dann – nach etlichem Hin und Her – auch tatsächlich eine Schranke installiert, um die Zufahrt zum inneren Vaihinger Markt einzudämmen. Allerdings kann die Schranke nicht dauerhaft geschlossen bleiben, weil zu bestimmten Zeiten unter anderem Lieferverkehr dort rechtmäßig unterwegs sein darf.
„Beängstigend“ viel Verkehr auf dem Vaihinger Markt
Als Antje Fydrich zusammen mit Volker Schweizer, Mitglied der Grünen im Bezirksbeirat, den Baum in dieser Woche geschmückt hat, sei es geradezu beängstigend gewesen, wie viele Autos an einem einzigen Vormittag den Vaihinger Markt als Schleichweg und Parkplatz genutzt hätten. „Und ich spreche da nicht vom Lieferverkehr“, betont sie. Auch Anwohner hätten sich bereits beschwert. Der Bezirksbeirat werde auf jeden Fall noch einmal bei der Stadtverwaltung Maßnahmen einfordern. Vielleicht sei im Rahmen der Sanierung des Vaihinger Marktes die ein oder andere Verbesserung umsetzbar, sagt Antje Fydrich.
Finanziert wurde der Baum – inklusive den Kosten für das zweimalige Aufstellen – vom Bezirksbeirat. Beim Schmücken haben die Firma Omexom aus LB und die Netze BW unterstützt. Die gesamte Beleuchtung besteht aus energiesparenden LEDs. Am Dienstagabend kam der Bezirksbeirat nach seiner Sitzung noch einmal zum gemeinsamen „Weihnachtsbaum-Loben“ unter der Fichte zusammen.
Weihnachtswunschbaum im Bezirksrathaus
Das Bezirksamt und der Bezirksbeirat haben zudem einen Weihnachtswunschbaum organisiert. Federführend waren Christa Tast, Teresa Schernikau, Sigrid Beckmann und Uwe Bay. Der Baum steht im Bezirksrathaus und ist geschmückt mit Wünschen von bedürftigen Menschen. Jeder kann sich eine oder mehrere Karten nehmen, das darauf vermerkte Geschenk kaufen und bis spätestens Montag, 18. Dezember, schön verpackt und zusammen mit der Wunschkarte im Vorzimmer des Bezirksvorstehers zu den üblichen Öffnungszeiten abgeben. Im Anschluss daran holen die Institutionen die Geschenke ab und überbringen sie denjenigen, welche die Wünsche geäußert haben.