Zum Schutz wandernder Kröten will die Stadt zwei weitere Schranken im Umfeld des Regenrückhaltebeckens in Uhlbach aufstellen. Der Bezirksbeirat fühlt sich übergangen und fordert Informationen über das Vorhaben.
Uhlbach - Es war ein Nebensatz, der die Obertürkheimer Bezirksbeiräte aufhorchen ließ: Alma Osmanagic vom Tiefbauamt informierte das Gremium im März über die im Stadtbezirk geplanten Straßenunterhaltungsarbeiten. Unter anderem teilte sie mit, dass am Weiher in Uhlbach zwei weitere Schranken zum Schutz wandernder Kröten und Frösche aufgestellt werden und bei einer schon das Fundament dafür hergestellt sei. Zum Vorhaben selbst konnte sie nichts sagen – zuständig sei das Umweltamt.
Keine Beurteilung möglich
Die Pläne stoßen auf Ablehnung. In der jüngsten Sitzung des Bürgergremiums haben die Fraktionen von Freie Wähler, FDP und CDU einen Antrag eingebracht, der einstimmig beschlossen wurde: Der Beirat fordert die Stadt auf, dass ihm die detaillierte Planung des Krötenschutzprojektes vorgestellt wird, insbesondere das zugrunde liegende Naturschutzgutachten. Dass die Verwaltung einfach Nägel mit Köpfen macht, ohne die Räte vorher darüber in Kenntnis zu setzen, stößt den Lokalpolitikern sauer auf. „Wir können die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme ohne entsprechende Informationen nicht beurteilen“, sagte Wolf Wölfel (Freie Wähler). Ein solches Vorhaben müsse zwingend im Bezirksbeirat diskutiert werden, betonte Walter Zinser (FDP). „Dafür ist das Gremium da. Wir kennen die Situation vor Ort.“ Befürchtet wird, dass durch die Sperrung einer weiteren Straße den Landwirten die Arbeit erschwert wird. „Die Bewirtschaftung der Weinberge und Grundstücke muss gewährleistet bleiben“, stellte Matthias Föll klar.
Zwei Schranken reichen
Bislang gibt es zwei Schranken an der Zufahrt zum Sportplatz des TSV Uhlbach. Diese werden während der etwa drei Wochen dauernden Amphibienwanderung im Frühjahr nachts geschlossen, um den Kröten einen sicheren Weg zu ihrem Laichgewässer zu ermöglichen. Morgens werden die Schranken durch einen eigens beauftragten Dienst wieder geöffnet und die Durchfahrt freigegeben. „Das funktioniert gut“, weiß CDU-Stadtrat Fritz Currle aus eigener Beobachtung – die untere Schranke steht direkt vor seinem Haus. Die zwei zusätzlichen Schranken aber, die den Pflastersteinweg absperren sollen, seien „unnötig wie ein Kropf“, schimpfte der Wengerter.
Ortsobmann und Freie-Wähler-Stadtrat Konrad Zaiß pflichtete ihm bei: „Die Schranken haben keinerlei Nutzen.“ In jenem Bereich der Straße, die nun gesperrt werden soll, habe man noch nie eine überfahrene Kröte festgestellt.