Sonja Zietlow und Daniel Hartwig fahren dieses Mal weder in den Dschungel noch nach Wales. Foto: dpa/Marius Becker

Erst wurde die Unterhaltungsshow von Australien nach Wales verlegt, nun muss das „Dschungelcamp“ wegen der Coronalage komplett abgesagt werden.

Köln - „Dschungelcamp“ sagen die Freunde, „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ alle anderen. Doch die Liebhaber der trashigen RTL-Sendung müssen jetzt stark sein: Das ursprünglich für Anfang 2021 geplante „Dschungelcamp“ wurde erst wegen der coronabedingten Reiseeinschränkungen in Australien nach Wales verlegt, und nun aufgrund der Corona-Pandemie ganz abgesagt: „So sehr uns diese Produktion am Herzen liegt, die Sicherheit und die Gesundheit für alle Beteiligten haben absolute Priorität“, erklärt RTL-Unterhaltungschef Markus Küttner am Donnerstag.

Mittlerweile 14. Staffeln im Dschungel

Seit mittlerweile 14 Staffeln treten bei „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ sogenannte Promis auf, die im australischen Dschungel nicht nur teils sehr grenzwertigen Mutproben, sondern auch gegen sich selbst bestehen müssen. Das Bewerberfeld des erfolgreichen Fernsehformats setzt sich aus einstigen Stars aus Sport, Musik, Schauspiel oder Boulevard zusammen, zuzüglich einiger Sternchen des Reality- und Casting-TV. Und besonders die menschlichen Spannungen unter den Kandidaten haben bei den Zuschauern hohen Unterhaltungswert. Garniert wird der Spaß durch mitunter zynische Kommentare des Moderatoren-Duos Sonja Zietlow (52) und Daniel Hartwich (42).

Zuschauer können ihren Gefühlen derweil freien Lauf lassen und beispielsweise unliebsame Kandidaten per Telefonabstimmung aus der Sendung herauswählen oder sie für die haarsträubenden „Dschungelprüfungen“ nominieren. Die Palette der Prüfungen reicht von Unappetitlichkeiten wie dem Verspeisen von rohen Tiergenitalien oder Augen, bis hin zu nervenaufreibenden Abenteuerspielen inmitten von Kakerlaken, Maden, Spinnen und Dreck.

Wer das nicht über sich selbst ergehen lassen möchte und lieber das Camp verlässt ruft: „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“. Mit dabei waren in den vergangenen Jahren unter anderem Costa Cordalis, Désirée Nick, Ross Anthony, Brigitte Nielsen, Sonja Kirchberger und Thorsten Legat.

Die Motivation an der Show teilzunehmen, die sich mitunter an der Grenze zur freiwilligen Selbsterniedrigung der Kandidaten bewegt, speist sich nicht nur aus den kolportiert lukrativen Gagen für die Teilnehmer oder der von RTL ausgelobten zusätzlichen Siegesprämie von 100 000 Euro – Viele der ehemaligen Dschungelbewohner versprechen sich von der knapp zweiwöchigen Sendung auch einen erneuten Schub für die ins Stocken geratene Karriere.

Genitalien, Maden und Dreck

Eine lieb gewonnene Tradition

Die von vielen längst lieb gewonnene Tradition der Fernsehunterhaltung wird 2020 nun komplett über den Haufen geworfen. Der Privatsender RTL hatte bereits Ende September auf die damalige Corona-Lage reagiert und die Show vom üblichen Schauplatz in Australien nach Wales verlegt. Der aktualisierte Plan-B sah vor, dass die Kandidaten stattdessen in einem Grusel-Schloss um die Krone des Dschungelkönigs beziehungsweise der Dschungelkönigin wetteifern würden. Nun ist auch dieser Plan hinfällig. RTL plane nun eine „neue, spannende“ Show mit den angestammten Dschungel-Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich in Deutschland. Ein RTL-Sprecher betonte allerdings, dass es sich dabei nicht um ein „Dschungelcamp“ in Deutschland handeln werde.

„Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“, ist ein Erfolgsformat beim Sender RTL. Das Finale der vergangenen 14. Staffel im Januar verfolgten 6,22 Millionen Zuschauer, was einen Marktanteil von 30 Prozent entsprach. Sieger der Staffel wurde Prince Damien, der ehemalige Gewinner der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“, gefolgt vom früheren Boxweltmeister Sven Ottke und der aus diversen Reality-TV-Sendungen bekannten Daniela Büchner.

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