Wasserschutzpolizei Stuttgart Neues Domizil für die Wasserschutzpolizei

Von Mathias Kuhn 

Ende dieses Jahres soll das dreigeschossige Gebäude unterhalb der Hedelfinger Neckarschleuse bezogen werden. Foto: Kuhn
Ende dieses Jahres soll das dreigeschossige Gebäude unterhalb der Hedelfinger Neckarschleuse bezogen werden. Foto: Kuhn

Das Land investiert vier Millionen Euro in einen Neubau am Mittelkai. Der Zuständigkeitsbereich der Stuttgarter Beamten umfasst 75 Flusskilometer, 13 Schleusen und Wehre sowie zwei Häfen.

Hedelfingen - Ihr Stationsbereich ist groß, ihre Aufgaben sind vielfältig: Die Wasserschutzpolizei ist für Ordnung und Sicherheit entlang des Neckars von Plochingen bis Kirchheim/Neckarwestheim zuständig. „75 Flusskilometer inklusive der Uferbereiche, der beiden Häfen in Stuttgart und Plochingen, 13 Schleusen und Wehre sowie mindestens ein Dutzend Firmenanlegestellen entlang des Flusses“, berichtet Stephan Notheis, der Leiter der Stuttgarter Station mit Sitz im Stuttgarte r Neckarhafen. „Wenn wir die Strecke mit unserem Einsatzboot abfahren müssen benötigen wir praktisch einen Tag.“

Bis vor kurzem noch lag sein Büro wenige Meter unterhalb der Hedelfinger Schleuse direkt am Neckar. Doch das 1976 erbaute Flachdachgebäude am oberen Ende der Straße Am Mittelkai war längst nicht mehr zeitgemäß und mit 370 Quadratmetern viel zu klein für die 19 Beamten der Wasserschutzpolizei plus zwei weiteren Mitarbeitern. Teilweise standen auch nur zwei Duschen zur Verfügung und es gab keine getrennten Umkleidekabinen für Männer und Frauen. Doch das ist nun Geschichte. Im Frühjahr vergangenen Jahres sind die Wasserschutzpolizisten interimsweise einige Meter weiter in die Büroräume direkt neben der HIM-Sonderabfallanlage gezogen. „Wir sind glücklich, dass wir im Hafenbereich bleiben konnten“, sagt Notheis.

Ihr künftiges Domizil können die Beamten bereits besichtigen. „Der Rohbau des dreigeschossigen Gebäudes ist fertiggestellt“, sagt Claus Schüßler vom Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Schwäbisch Gmünd, der im Auftrag des Finanzministeriums den Neubau betreut. „Jetzt geht es an den Innenausbau. Wir hoffen, dass das Gebäude Ende dieses Jahres bezogen werden kann“, so Schüßler. Insgesamt gibt das Land vier Millionen Euro für die dann zeitgemäße Einsatzstelle aus.

Eine Sanierung des Altbaus hatte wirtschaftlich keinen Sinn gemacht. In den vergangenen Monaten wurde der Altbau deshalb abgerissen und ein Neubau in Passivbauweise errichtet. Neben dem Verwaltungsgebäude entsteht ein zweites, niedrigeres Gebäude, in dem die Technik und Werkstatt sowie Garagen für die mobilen Boote unterkommen. Das große Einsatzboot wird weiter wenige Meter von der Dienststelle entfernt am Kai liegen. Dort ist auch die Betankungsstelle, die von allen Dienstbooten, also auch dem Hafenlöschboot und den Booten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Stuttgart, genutzt werden kann.

Helfer für alle Fälle

Die Aufgaben der Männer und Frauen mit der Spezialausbildung für Schifffahrtsrecht und mit dem Bootsführerzeugnis sind vielfältig. Sie eilen an die Untertürkheimer Schleuse, wenn – wie vor wenigen Wochen – eine farbige Flüssigkeit den Fluss verunreinigt, sie nehmen die Unfalldaten auf, wenn ein Flussschiff beim Wenden auf Höhe des Mineralbads Leuze etwas beschädigt; sie kümmern sich um den Umweltschutz entlang des Neckars; sie ermitteln bei Fällen klei ner und mittlerer Kriminalität, zum Beispiel bei Vandalismus und Schmierereien; sie untersuchen Betriebsunfälle im Bereich der beiden Häfen oder entlang des Uferwegs; sie verfolgen Drogendelikte und kontrollieren Arbeitsschutzbestimmungen auf den Schiffen. „Immer in enger Kooperation mit unseren Kollegen der entsprechenden Reviere, der Kriminalpolizei sowie der zuständigen Behörden“, betont Notheis.

Einige Mitarbeiter haben zudem eine Polizeitaucherausbildung abgeschlossen. „Wir suchen und bergen auf Anforderung alles, was man sich vorstellen kann: Dinge wie Werkzeuge, Waffen oder Tresore, die im Zusammenhang mit einer Straftat stehen können, sowie vermisste, verunglückte oder getötete Personen. Zudem sind wir mit den Kollegen vom Kampfmittelbeseitigungsdienst unter Wasser, wenn es um die Suche und Bergung von Weltkriegsmunition geht“, sagt Notheis. Eine weitere Aufgabe der Wasserschutzpolizei seien Gefahrgut- und Containerkontrollen. Darüber hinaus ist der Tierschutz im Zusammenhang mit dem Fischereirecht ein wichtiges Tätigkeitsgebiet.

Redaktion Hedelfingen

Ansprechpartnerin
Caroline Friedmann
hedelfingen@stz.zgs.de

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