Erfahren Sie, wie Sie Wühlmäuse bekämpfen ohne ihnen zu schaden und wie Sie die Schermäuse langfristig aus Ihrem Garten fernhalten. Foto: Rudmer Zwerver / Shutterstock.com

Wühlmäuse und Hobbygärtner sind nicht gerade die besten Freunde. Die kleinen Gartenbewohner sehen zwar niedlich aus, aber verunstalten den Garten mit Erdhügeln und fressen Wurzeln, was ein Absterben der liebevoll gepflegten Gartenpflanzen zur Folge hat. Wie Sie Wühlmäuse natürlich bekämpfen, ohne ihnen zu schaden, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.

Inhalt:

Tipps, die angeblich gegen Wühlmäuse helfen sollen, gibt es viele. Während einige Methoden bei der Bekämpfung von Wühlmäusen sehr effektiv sind, ist bei anderen der gewünschte Effekt gleich null. Wir zeigen Ihnen nicht nur, welche Methoden bei der Bekämpfung von Wühlmäusen erfolgreich sind, sondern wie Sie die Nager aus Ihrem Garten entfernen, ohne Ihnen zu schaden.

#01 - Wühlmäuse richtig erkennen

Der erste Schritt, um Wühlmäuse wirkungsvoll zu bekämpfen, ist diese richtig zu erkennen und sie vor allem nicht mit Maulwürfen zu verwechseln. Denn ähnlich wie bei Maulwürfen, entstehen durch Wühlmäuse Erdhügel an der Rasenoberfläche. Allerdings sollte man wissen, dass, im Gegensatz zu Wühlmäusen, Maulwürfe unter Naturschutz stehen und diese für Ihre Gartenpflanzen keine Gefahr darstellen. Während Wühlmäuse nämlich fast ausschließlich Pflanzen bzw. deren Wurzeln essen, verspeisen Maulwürfe hauptsächlich Regenwürmer und Insekten. Abgesehen von den unschönen Erdhügeln, bringen Maulwürfe für den Garten sogar Vorteile. Sie lockern den Boden auf und fressen Schädlinge, wie Schnecken und Larven. An den folgenden Dingen erkennen Sie, dass sich Wühlmäuse in Ihrem Garten befinden:

  • Die Erdhügel von Wühlmäusen sind kleiner und asymmetrischer, als die von Maulwürfen (runde Erdhügel).
  • Die Eingänge von Wühlmaushügeln gehen schräg in die Erde hinein, während die Eingänge von Maulwürfen fast senkrecht in den Boden führen. Wühlmauseingänge befinden sich am Rand des Erdhügels, während die Eingänge von Maulwurfshügeln mittig sind.
  • Die Erde in der Umgebung von Wühlmaushügeln gibt beim Gießen nach, da die Gänge dichter unter der Erdoberfläche sind, als die Gänge von Maulwürfen.
  • Wenn Sie Wühlmäuse im Garten haben, verkümmern Pflanzen und teilweise auch das Gras über den Gängen, da Wurzeln die Hauptnahrungsquelle von Schermäusen ist. Außerdem kann sich die Erde über den Gängen streckenweise auch leicht aufwölben.
  • Der Querschnitt der Gänge von Wühlmäusen ist eher vertikal-oval, währen die Gänge von Maulwürfen eher rund bis leicht horizontal-oval sind. Maulwurfgänge sind auch oft etwas kleiner als die von Wühlmäusen.
  • Die Erde von Wühlmaushügeln ist mit Pflanzenresten vermischt, die Erdhügel von Maulwürfen jedoch nicht.
  • Wenn Sie einen Wühlmausgang öffnen, sollte dieser nach spätestens 6 Stunden wieder verschlossen sein. Offene Maulwurfsgänge werden hingegen meist erst nach mehreren Tagen verschlossen oder bleiben sogar offen, da die Tiere viele Gänge nur einmalig nutzen.

#02 - Wühlmäuse bekämpfen

Im Gegensatz zum Maulwurf steht die Wühlmaus nicht unter Naturschutz, wodurch man die Nager uneingeschränkt bekämpfen darf. Da es allerdings zahlreich natürliche Methoden zur Bekämpfung von Wühlmäusen gibt, sollten diese bevorzugt werden. Hier sind die bekanntesten Mittel zur Bekämpfung von Wühlmäusen:

Wühlmäuse mit Gerüchen bekämpfen

Zwar reagieren Maulwürfe empfindlicher auf Gerüche als Wühlmäuse, aber auch Wühlmäuse meiden besonders intensive Gerüche. Vor allem bei Fäulnisgerüchen fühlen sich die Nager unwohl und suchen das Weite. Bestimmte Dinge, die intensiv riechen, können so einfach in den Eingängen platziert werden. Achten Sie allerdings darauf, dass Sie die Eingänge wieder mit Erde verschließen, damit sich die Gerüche in den Gängen verteilen und nicht in Ihrem Garten.

- Gärungen

Vor allem eignen sich einige Gärungen durch die entstehenden Fäulnisgerüche gut dafür, Wühlmäuse zu vertreiben. Diese können auch meist einfach selber gemacht werden. Ein Klassiker ist vergorene Buttermilch. Statt diese komplett in die Gänge zu füllen, können Sie auch den Boden von einer Plastikflasche abschneiden und die Flasche mit dem Hals in den Erdhaufen stecken. Kippen Sie nun die vergorene Buttermilch in die Flasche. So wird die Wirkung über einen längeren Zeitraum verteilt und Sie können die Flaschen bequemer nachfüllen. Das sollten Sie über 2 bis 3 Wochen etwa alle 5 Tage tun.

Anstatt vergorener Buttermilch können Sie auch Holunderblätter oder Fichtenzweige zerkleinern und mit kochendem Wasser übergießen. Anschließend sollten Sie das Ganze umrühren und 1 bis 2 Wochen in einem Gefäß gären lassen. Wenn Sie das Gefäß verschließen, sollten Sie es während der Gärung ein- bis zweimal öffnen und die Mischung erneut umrühren.

- Wühlmausgase

Im Handel sind spezielle Wühlmausgase erhältlich, die, meist auf Basis von Karbid (Calciumcarbid), mit Feuchtigkeit reagieren und Gase freisetzen, welche die Wühlmäuse vertreiben. Die Gase schaden den Tieren nicht, sondern vertreiben Sie durch den Geruch. Die Präparate werden meist in Form von einzelnen Tabs in die Gänge gesteckt und haben den Vorteil, dass die Wirkung (je nach Witterung) mehrere Tage bis Wochen anhält. An besonders trockenen Tagen sollten Sie die Erdhügel bei der Anwendung einmal leicht gießen. Oft entstehen in den folgenden Tagen neue Erdhügel, die ebenfalls zeitnah mit dem Wühlmausgas behandelt werden sollten. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie biologisch abbaubare Produkte anwenden. Bei besonders sandigem oder lockerem Boden kann es sein, dass Sie solche Mittel öfters anwenden müssen, da sich die Gase schneller verflüchtigen.

- Buttersäure

Ein weitverbreiteter Tipp zur Bekämpfung von Wühlmäusen ist Buttersäure (Butansäure). Die Säure entsteht in der Natur durch Buttersäuregärung und besitzt einen üblen Geruch nach Erbrochenem. Bereits kleinste Konzentrationen ab 0,06 mg sind für den Menschen in der Luft stark wahrnehmbar. Auch wenn der Geruch Wühlmäuse abschreckt, sollte auf den Einsatz von Buttersäure gegen Wühlmäuse verzichtet werden, da die Risiken bei einem falschen Umgang schlicht zu groß sind. Die Säure ist nicht nur ätzend für Haut und Schleimhäute, sie kann auch schnell zu Übelkeit und Schwindel bei den Menschen in der Umgebung führen. Nicht selten löste deswegen ein falscher Einsatz von Buttersäure sogar schon Feuerwehreinsätze aus.

Maulwurf- bzw. Wühlmausschreck

Ein Wühlmausschreck ist ein Gerät, das in die Erde gesteckt wird und regelmäßig vibriert. Dabei senden die Geräte Ultraschallimpulse aus, welche die schreckhaften Tiere vertreiben. Die Erfahrungen zur Wirksamkeit der Geräte sind meist geteilt, da eine nahtlose Abdeckung mit mehreren Geräten, die Beschaffenheit des Bodens sowie die Verwendung der richtigen Modelle eine große Rolle spielt. Das Prinzip macht allerdings Sinn, da Wühlmäuse tatsächlich empfindlich auf Umgebungen mit einer hohen Geräuschkulisse reagieren. Allerdings können mehrere Wochen vergehen, bis die Wühlmäuse vertrieben sind und Ihre Gänge außerhalb der von den Geräten abgedeckten Bereiche weiter graben. Achten Sie beim Kauf eines Wühlmausschrecks neben der Reichweite auch auf die Erfahrungsberichte der anderen Kunden.

Wühlmausfallen

Ein weiteres effektives Mittel, um Wühlmäuse zu bekämpfen, sind Wühlmausfallen. Man unterscheidet dabei zwischen Tötungsfallen und Lebendfallen. Tötungsfallen sind zur Bekämpfung von Wühlmäusen zwar zugelassen, allerdings sollten Lebendfallen bevorzugt werden, da auch Maulwürfe oder andere Tiere durch die Fallen sterben können. Lebendfallen sind rohrähnliche Käfige, die in einen Wühlmausgang eingesetzt werden. Im Inneren der Falle werden entsprechende Köder platziert (besonders gut eignen sich Karotten oder Selleriestücke). Kriecht die Wühlmaus in die Nähe des Köders, verschließt sich die Falle.

Wenn Sie mit Fallen arbeiten, sollten Sie erst testen, ob der Gang bewohnt wird, indem Sie die Erde zerwühlen. Bewohnte Gänge sollten bereits nach etwas 6 Stunde wieder von den Wühlmäusen verschlossen worden sein. Ist der Gang bewohnt, stecken Sie die Falle tief in den Gang hinein. Geht ein Wühlmausgang in zwei Richtungen, sollten Sie auch zwei Fallen in entgegengesetzter Richtung aufstellen. Achten Sie beim Aufstellen, dass Sie Handschuhe tragen, da Wühlmäuse Menschengeruch stark meiden und die Fallen in dem Fall untergraben. Reiben Sie neue Fallen vorher mit Erde ab, um den Fabrikgeruch zu entfernen. Sind die Fallen eingesetzt, sollten diese mit Erde oder Gras abgedeckt werden, damit kein Licht in die Gänge kommt. Sie sollten am besten mehrere Gänge mit Fallen bestücken, um die Effizienz zu erhöhen.

Haben Sie eine Wühlmaus gefangen, ist es wichtig, dass Sie diese weiter weg aussetzen, damit Sie einen erneuten Befall Ihres Gartens durch Wühlmäuse ausschließen können. Die Fallen sollten so lange in den Gängen aufgestellt werden, bis keine Wühlmäuse mehr darin landen.

Giftköder gegen Wühlmäuse

Im Handel sind auch Giftköder für Wühlmäuse erhältlich, allerdings sprechen einige Dinge gegen die Bekämpfung von Wühlmäusen mit Giftködern. Abgesehen davon, dass es zahlreiche giftfreie Alternativen gibt, um Wühlmäuse zu vertreiben, sollte auch aus Tierschutzgründen auf Gift verzichtet werden, da auch andere Tiere auf die Giftköder reagieren. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Köder nicht optimal platziert werden.

Außerdem ist die Wirksamkeit meist mäßig, da Wühlmäuse die Giftköder aufgrund alternativer Nahrungsquellen oft nicht richtig annehmen. Manchmal werden Köder auch in die Vorratskammer des Baus geschleppt, wo Sie nicht selten mit der Zeit die Wirkung verlieren können.

Wühlmäuse mit Geräuschen bekämpfen

Da Wühlmäuse sehr geräuschempfindlich sind, kann auch eine entsprechende Geräuschkulisse helfen, die Wühlmäuse zu vertreiben. Ein wirkungsvolles Hausmittel gegen Wühlmäuse ist es, einen laut tickenden Wecker in einer Blechdose zu vergraben. Auch Mähroboter sollen durch ihren hohen und langen Mähintervall ebenfalls Wühlmäuse davon abhalten, ihre Gänge im Garten weiter zu graben.

Natürliche Feinde

Auch natürliche Feinde, wie zum Beispiel Katzen können dabei helfen, die Wühlmausplage in Schach zu halten. Vor allem junge Katzen, die viel Zeit im Freien verbringen, sind eine gute Hilfe. Ältere Katzen, die nicht viel Freilauf und Natur gewohnt sind, sind meist weniger motiviert beim Fangen von Wühlmäusen. Hunde sind oft beim Ausgraben der Gänge sehr aktiv, was beim Herrchen und Gartenbesitzer meist weniger gut ankommt.

#03 - Wühlmäusen vorbeugen

Wühlmäusen kann auch gut durch eine entsprechende Anlagengestaltung vorgebeugt werden. Pflanzen können zum Beispiel mit Drahtkörben eingepflanzt werden, damit die Wühlmäuse nicht an die empfindlichen Wurzeln kommen. Sie können auch ganze Bereiche im Garten mit einem Zaun schützen. Spezielle Wühlmausgitter werden dazu etwa 30 bis 40 cm tief in die Erde vergraben und sollten etwa 20 bis 30 cm über den Boden ragen und leicht nach außen gebogen sein.

Ein weitverbreiteter Tipp ist das Vorbeugen von Wühlmäusen durch das Anpflanzen entsprechender Pflanzen, die von den Nagern gemieden werden. Zum Beispiel sollen Kaiserkrone, Knoblauch oder Kreuzblättrige Wolfsmilch die Wühlmäuse aus dem Garten fernhalten. Zwar meiden Wühlmäuse einige Pflanzen, allerdings sind auch hier die Erfahrungen geteilt. Zur Vorbeugung können solche Pflanzen bei einer guten Platzierung zwar beitragen, allerdings ist es unwahrscheinlich, dass bereits befallene Gärten mit genügend alternativen Nahrungsquellen durch das zusätzliche Anpflanzen plötzlich wühlmausfrei werden.

FAQ - Häufige Fragen zu Wühlmäusen

Wer Wühlmäuse erfolgreich bekämpfen möchte, der sollte den Lebensraum und vor allem das Verhalten von Wühlmäusen gut kennen. Hier sind die wichtigsten Fragen zu Wühlmäusen im Überblick.

Wann sollte man Wühlmäuse bekämpfen?

Wühlmäuse sind das ganze Jahr über aktiv. Einige Vorteile bringt eine Bekämpfung allerdings im Spätherbst und im Frühjahr. Zum einen werden durch den Mangel an Nahrungsalternativen Köder besser angenommen und zum anderen werfen Wühlmäuse in den kälteren Jahreszeiten seltener und haben so weniger Nester, was die Entscheidung der Tiere für eine Umsiedlung erleichtert.

Woran erkennt man Wühlmäuse?

Wühlmäuse sind eigentlich eine ganze Gruppe von Nagern, die etwa 150 Arten umfasst. In Deutschland sind unter dem Begriff Wühlmaus vor allem die Feldmaus und die Schermaus gemeint. Letztere ist dabei vermehrt in den Gärten zu finden. Flach unter dem Boden liegen die unterirdischen Gänge, in denen sich die Schermäuse durch die Erde wühlen. Die Tiere bevorzugen leichte bis mittelschwere Böden. Man erkennt sie vor allem an den durch das Wühlen verkürzten Ohren und den Pflanzen- und Wurzelresten in der aufgewühlten Erde. Sie können bis zu 22 Zentimeter lang und 120 Gramm schwer werden.

Was fressen Wühlmäuse?

Wühlmäuse ernähren sich hauptsächlich vegetarisch, wobei sie vor allem fleischiges Knollen- und Wurzelgewebe bevorzugen. Eine besondere Vorliebe haben Wühlmäuse für Pflanzen wie zum Beispiel Möhren, Sellerie, Kartoffeln, Topinambur und Tulpenzwiebeln.

Wie tief graben Wühlmäuse?

Die Gänge von Wühlmäusen befinden sich mit 5 bis maximal 10 Zentimetern sehr nahe an der Oberfläche. Oft sind deswegen einzelne Abschnitte der Tunnelsysteme auch über dem Boden zu erkennen, da sich der Boden über den Tunneln aufwölbt.

Wie viele Wühlmäuse leben in einem Bau?

Wühlmäuse sind meist Einzelgänger, allerdings können Sie zur Paarungszeit enger zusammenleben. Die Tiere werfen etwa 4 Mal im Jahr bis zu 10 und seltener auch bis zu 20 Nachkommen.

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