Schlechte Zeiten für Boris Becker: der ehemalige Tennisprofi hat ein Insolvenzverfahren am Hals. Nun werden persönliche Gegenstände von ihm versteigert. Foto: dpa

Rund 80 Trophäen des Ex-Tennisstars kommen bei einer Online-Auktion unter den Hammer. Werden Boris Becker diese Erinnerungen an gute Zeiten vor dem Ruin retten?

London - Das öffentliche Scheitern des ehemaligen Tennisstars und deutschen Helden Boris Becker geht in eine neue Runde. Rund 80 Trophäen und Andenken aus seiner Karriere kann man seit Anfang dieser Woche beim britischen Auktionshauses Wyles Hardy & Co ersteigern. Darunter: diverse Uhren der Schweizer Luxus-Uhrenmarke IWC, alte Trainingsklamotten inklusive ein paar ausgelatschter Tennisschuhe (mit Autogramm), Trophäen, Medaillen, alte Fotos, Publikums- und Medienpreise wie ein Bambi aus dem Jahr 1985 als Boris Becker als „Mann des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Sogar ein gerahmtes Schwarz-Weiß-Foto des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker mit einer Widmung zum Sieg Beckers der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1992 kommt unter den Hammer. Die Auktion geht noch bis zum 11. Juli.

Die Versteigerung wurde 2018 zunächst gestoppt

Becker war im Juni 2017 von einem britischen Gericht für zahlungsunfähig erklärt worden. Seine persönlichen Gegenstände sollten daraufhin versteigert werden, um Gläubiger auszuzahlen. Der dreifache Wimbledon-Sieger sah seine Würde verletzt. Beckers Anwälte hatten die Auktion Ende Juni 2018 gestoppt. Der Ex-Tennisstar gab an, diplomatische Immunität zu genießen, er könne nicht belangt werden. Er sei zum Sport-Attaché in der EU-Vertretung der Zentralafrikanischen Republik berufen worden. Jedoch machten die Behörden des afrikanischen Landes unterschiedliche Aussagen, ob diese Berufung wirksam sei. Schließlich erklärte Becker, er mache seinen Diplomatenstatus nicht länger geltend. Das Konkursgericht verlängerte den Insolvenzstatus Ende 2018 auf unbestimmte Zeit.

Zur finanziellen Misere kam die Trennung

Und nun fällt der Hammer endgültig. In einem Interview der „Bild am Sonntag“ schätzte Becker, dass die Memorabilien – mit viel Glück und einem echten Fan als Käufer – vielleicht 100 000 Euro einbringen könnten. „Bei dieser Versteigerung geht es nur darum, mir persönlich wehzutun, weil ich natürlich emotional an den Trophäen hänge“, beklagte er sich. Ein Sprecher des Auktionshauses wollte keine konkrete Schätzung abgeben, hält aber die von Becker genannte Summe für zu gering. Die vergangenen Monate waren nicht die besten im Leben von Boris Becker. Zu der finanziellen Misere kam auch noch die Trennung von Ehefrau Lilly nach neun Ehejahren.

Wir erinnern uns anhand einiger seiner Memorabilien an bessere Zeiten. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie.

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