Warum ein Glimmstängel die Philatelisten glücklich macht

Von "Kornwestheim und Kreis Ludwigsburg" 

Kornwestheim Die Briefmarkenfreunde haben sich zu einem Thementauschtag getroffen. Von Julius Haager

Kornwestheim Die Briefmarkenfreunde haben sich zu einem Thementauschtag getroffen. Von Julius Haager

An diesem Morgen ist es schwer, im Vereinszimmer der Briefmarkenfreunde Kornwestheim einen Stehplatz zu bekommen. Etwa 50 Briefmarkensammler- und sammlerinnen drängen sich um zahlreiche Bücher und Alben und begutachten eine bunte Mischung von Briefmarken. Es wird gefeilscht, verglichen und diskutiert. Denn es ist Tauschtag.

"Jedes Jahr kommen viele Briefmarkensammler zu unserer Tauschbörse", erklärt Günter Block von den Briefmarkenfreunden. "Dabei wechselt stetig das Motto. Dieses Jahr stehen Briefmarken zum Thema Deutschland, Österreich, Feuerwehr, Blumen und Fische im Mittelpunkt." Der Briefmarkensammler habe dabei ein Ziel: "Der ernsthafte Philatelist geht systematisch vor und versucht bei Tauschtagen wie heute fehlende Marken zu erlangen, um ein Thema oder Motiv möglichst umfassend darzustellen", erklärt Block.

So tauschen die Briefmarkensammler an diesem Tage kräftig. Manch ein Sammler greift auch ab und an zum Geldbeutel. "Es gibt den sogenannten Michelkatalog, mit dem sich Tauschwerte ermitteln lassen", erklärt Block. Danach würden sich die Sammler orientieren. Doch nicht nur Briefmarken sind interessant. Viele Sammler würden nicht nur Einzelmarken, sondern auch Postkarten und andere Belege, die mit der Post befördert würden, in ihre Sammlung aufnehmen, erklärt Block.

Auch bei Jugendlichen scheint das Briefmarkensammeln beliebt zu sein. "Die Jugendgruppe des Vereins umfasst 16 Mitglieder", berichtet Block. "Wir wollen diese in Zukunft mehr fördern und unterstützen." Dabei verspricht er den Jugendlichen Ausflüge zu Tauschbörsen, den kostenlosen Zugang zu Fachliteratur und Vereinsauktionen.

Im digitalen Zeitalter finden auch Briefmarkensammler ihren Vorteil. "Man könnte meinen, dass Briefmarken auf Grund moderner Technik makellos seien", erklärt Günter Block. "Doch auch heute gibt es Fehldrucke und besondere Marken, die irgendwie in den Umlauf kommen und einen besonderen Wert erlangen." Das beste Mittel, um die Seltenheit von Marken herauszufinden, sei dabei das Internet. Block nennt ein Beispiel: eine Briefmarke mit dem Konterfei Audrey Hepburns. Hier würde es eine Marke geben, die Hepburn mit einer Zigarette zeige. Diese Darstellung mochten ihre Nachfahren nicht und erreichten, dass der Glimmstängel entfernt wird. Daher sei die ungesunde Version der Marken von besonders hohem Wert.

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