Warte, bis es dunkel wird Filmkritik: Rot ist mehr als nur eine Farbe

Von Wolfram Hannemann 

Ein Mörder geht um in Texarkana. Nur Liebespaare fallen ihm zum Opfer.  Foto: Verleih
Ein Mörder geht um in Texarkana. Nur Liebespaare fallen ihm zum Opfer. Foto: Verleih

Ein Mörder geht um in Texarkana. Seine Opfer: Liebespaare. Der Horrorstreifen „Warte, bis es dunkel wird“ von Alfonso Gomez-Rejon basiert auf dem Slasher-Film „Der Umleger“ von 1976.

Filmkritik und Trailer zum Kinofilm "Warte, bis es dunkel  wird"

Eine brutale Mordserie hält Texarkana in Atem. Die Opfer sind immer Liebespaare. Die junge Jamie jedoch wird vom maskierten Mörder verschont, ihr Freund stirbt grausam. Während die Polizei fieberhaft ermittelt, stellt Jamie eigene Recherchen an. Und schon geschieht der nächste Mord.

Die originelle Grundidee – der von Charles B. Pierce 1976 in Texarkana inszenierte Slasher-Film „Der Umleger“ wird zum Ausgangspunkt der Geschichte – lässt keinen Zweifel daran, dass Alfonso Gomez-Rejons seinen Film als Verbeugung vor einem faszinierenden Filmgenre versteht. Sogar ein Treffen seiner Heldin mit dem Sohn des damaligen Regisseurs hat er sich einfallen lassen.

Retro ist Trumpf

Retro ist hier Trumpf, was bereits das uralte Verleihlogo zu Beginn verrät. Während sich aktuelle Horrorthriller in detailverliebten Meuchelszenen ergehen, bleibt hier vieles im Verborgenen. Auch die unbefriedigende Auflösung am Ende des Films darf als Hommage verstanden werden – sie war fester Bestandteil von Genrefilmen wie „Halloween“ oder „Freitag der 13.“, die in den 1970er und 1980er Jahren die Kinokassen klingeln ließen.

Großen Anteil an dem atmosphärisch überzeugenden Horrorthriller haben der gezielte Einsatz der Farbe Rot sowie die ambitionierte Kameraarbeit von Michael Goi. Er arbeitet mit Weitwinkel, bringt die optische Achse in Schieflage, fährt ganz langsam auf Personen zu, um Gefahr zu suggerieren.

Unsere Bewertung zu "Warte, bis es dunkel  wird": 4 von 5 Sternen - empfehlenswert!

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