Hemmingen gehört Foto: Simon Granville

Am 14. September ist bundesweiter Warntag. Im Altkreis Leonberg gibt es nur noch wenige davon. Neue Anlagen sind aber geplant.

Zum bundesweiten Warntag am Donnerstag, 14. September, heulen überall die Sirenen – oder zumindest da, wo es noch welche gibt. In der Vergangenheit haben viele Kommunen dieses Warnsystem abgeschafft und ihre Sirenen abgebaut. Erst die Ereignisse im Ahrtal, das folgenschwere Hochwasser im Sommer 2021, haben vielerorts ein Umdenken bewirkt, immer mehr Kommunen, auch im Altkreis Leonberg, bemühen sich um eine Neuanschaffung von Sirenen. Darüber hinaus nutzen die Behörden weitere Möglichkeiten, um Betroffene im Katastrophenfall zu warnen.

 

Warnung durch Sirenen

Vielerorts gibt es sie noch, die großen Warnsirenen, die einen Heulton von sich geben, wenn für die Bevölkerung Gefahr zum Beispiel durch Hochwasser oder Großbrände besteht. Die Böblinger Kommunen im Altkreis Leonberg haben gar keine Sirenen mehr, wohl aber die Enzkreisgemeinden Wimsheim und Friolzheim sowie im Kreis Ludwigsburg Gerlingen und Hemmingen. Diese vier Kommunen werden sich am 14. September am Warntag beteiligen, um die Sirenensignale zu testen. Die Anwohner hören dann um 11 Uhr einen einminütigen „schwingenden“ Heulton. Um 11.45 Uhr folgt ein einminütiger gleichbleibender Dauerton als Zeichen der Entwarnung.

Mittlerweile haben sich einige Kommunen entschieden, wieder in die Sirenen zu investieren. Allein im Enzkreis hat der Bund mehr als 380 000 Euro Fördergeld dafür bereitgestellt. Unter anderem Ditzingen bemüht sich ebenfalls um eine neue Warnanlage. Aufgrund der hohen Nachfrage gestaltete sich das aber als schwierig, überall kam und kommt es zu Lieferengpässen. „Bis vor kurzem sind wir von Ende September als neuem Liefertermin ausgegangen“, sagt Jens Schmukal, Sprecher der Stadt Ditzingen. Das wird sich nun wahrscheinlich noch weiter auf Ende des Jahres verschieben.Lesetipp: Was bedeutet der Sirenenalarm am Warntag?

Der Kreis Böblingen erarbeitet derzeit ein kreisweites Sirenenkonzept auf Basis einer neuen Risikoanalyse. Wie viele Sirenen dann angeschafft werden, wird erst die Detailplanung ergeben, sagt die Pressesprecherin Simone Hotz. „Wir rechnen landkreisweit mit bis zu 200 Anlagen.“

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Warnung übers Handy

Zusätzlich zu den Sirenen gibt es die Warn-App „Nina“ (Notfall-Informations- und Nachrichten-App). Behörden können darüber detaillierte Informationen zur Lage vor Ort herausgeben, sodass die Menschen sie auf einen Blick haben. Mithilfe des Mobilfunkdienstes „Cell Broadcast“ werden zudem Warnungen automatisch an viele Mobilfunkgeräte in einem Gefahrengebiet geschickt.

Mobile Warnteams

Eine Besonderheit des Enzkreises sind die mobilen Teams der Fachgruppe „Warnen“. Sie sind seit dem Jahr 2022 im Einsatz. „Die meisten denken daher, dass die Gruppe wegen der Ereignisse im Ahrtal aufgebaut wurde“, sagt der Kreisbrandmeister Carsten Sorg. „Tatsächlich war zu dem Zeitpunkt schon alles bestellt. Das Ahrtal hat uns nur gezeigt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.“ Drei Feuerwehren, Engelsbrand, Ispringen und Wurmberg, wurden mit speziellen Lautsprecheranlagen ausgestattet, deren Möglichkeiten weit über die von normalen Lautsprechern vieler Feuerwehren hinausgehen.

Kommt es irgendwo zu einem Notfall, werden die Wehren in die betreffende Kommune oder Region ausgesandt, um die Bevölkerung über Lautsprecher zu warnen und aufzuklären. Seit der Einführung der Gruppe wurde sie schon zweimal eingesetzt, wegen schwerer Unwetter und bei einer Wasserknappheit. „Der Bedarf ist inzwischen so groß, dass wir eine vierte Feuerwehr entsprechend ausstatten möchten.“

Im Kreis Böblingen gibt es zwar keine Warngruppe mit entsprechenden Spezialanlagen. „Dafür hat der Landkreis in früheren Jahren jede Feuerwehr im Landkreis mit einer mobilen Lautsprecheranlage für Durchsagen ausgestattet“, erklärt Benjamin Lutsch, Sprecher des Landratsamts.