Eine Daimler-Mitarbeiterin verhilft einem Spielgerät auf dem Gelände des Degerlocher Waldheims zu frischer Farbe. Foto: Cedric Rehman

Mitarbeiter von Daimler helfen einen Tag im Degerlocher Waldheim aus. Sie wollen mit diesem Einsatz den Zusammehalt in ihrem Team stärken und gleichzeitig soziale Verantwortung zeigen. Das Waldheim bot sich dafür gut an.

Degerloch - Der Gedanke an eine verlorene Saalwette bei „Wetten, dass..?“ drängt sich auf beim Anblick der Daimler-Mitarbeiter aus Möhringen auf, die auf dem Waldheim-Gelände an der Epplestraße den Pinsel schwingen oder Steine für die Erhöhung einer Mauer schleppen. 30 Mitarbeiter der Abteilung Innere Revision schwitzen in ihren kurzen Hosen und T-Shirts, doch es scheint auch etwas Befreiendes in der Luft zu liegen. „Ist doch schön, mal ohne Anzug rumzulaufen“, sagt Christian Schauber. Normalerweise sitzt er in einem klimatisierten Büro und betrachtet das Sommerwetter durch das geschlossene Fenster. Jetzt packt er mit seinen beiden Kollegen an, weil sie gemeinsam eine Mauer auf dem Gelände des Waldheims höher ziehen wollen. Schauber freut sich, dass er seine Mitarbeiter im Team jetzt auch mal außerhalb der eigentlichen Arbeit kennenlernt. „Da sind die Gesprächsthemen plötzlich ganz andere.“

Und so will es auch der Arbeitgeber. Denn Daimler schickt seine Mitarbeiter regelmäßig zu sogenannten Teamentwicklungen. Dabei soll der Zusammenhalt im Arbeitsteam gestärkt werden oder – wie es im Geschäftsjargon heißt – die soziale Kompetenz bei gemeinsamen Aufgaben, die nichts mit der Arbeit zu tun haben.

Soziale Verantwortung zeigen

Doch nicht nur das Unternehmen soll profitieren. Daimler will auch seine soziale Verantwortung unter Beweis stellen. „Corporate Social Responsibility“, ins Deutsche übersetzt „Unternehmerische soziale Verantwortung“, heißt das entsprechende Schlagwort dazu. Deshalb haben Mitarbeiter der Abteilung Innere Revision Kontakt zum Waldheim-Leiter, dem Diakon Jürgen Möck, aufgenommen. „Viele von uns fahren täglich am Waldheim vorbei, da lag der Gedanke nahe, dass wir doch mal hier helfen könnten“, sagt der Bereichsleiter Mark Dussler.

Gutes tun und dabei lernen, erfolgreich im Team zu arbeiten – das ist auf den Punkt gebracht – das Ziel der Daimler-Mitarbeiter bei ihrer freiwilligen Arbeit. Sie tragen die Slogans dazu auf dem Rücken ihrer T-Shirts. „Offenheit“ steht da zum Beispiel. Manuela Youkhanna findet es in diesem Sinne gut, dass jüngere und ältere Mitarbeiter auf dem Waldheim-Gelände zusammenarbeiten und sich zwanglos kennenlernen. „Ich bin ja selbst schon eine Weile dabei, aber es ist eben auch eine Chance, mit Kollegen zusammenzukommen, mit denen man sonst nicht so viel zu tun hat“, sagt sie, während sie ein Spielgerät mit einem Pinsel streicht.

Gemütlicher Ausklang am Grill

Der Waldheim-Leiter Jürgen Möck freut sich über die Aktion der Daimler-Mitarbeiter. „Eigentlich ist bei uns immer was zu tun.“ Tatsächlich haben sich die Daimler-Mitarbeiter einiges vorgenommen. Angerückt ist die Gruppe morgens um 9 Uhr, Feierabend soll sein, wenn alles beendet ist, was sich die Helfer vorgenommen haben. Neben der Mauer, die um einige Steinreihen erhöht wird, und den Spielgeräten, die in frischer Farbe glänzen sollen, wird auch ein Volleyballfeld von Unkraut befreit. Die Daimler-Mitarbeiter malen außerdem ein Völkerballfeld auf dem Rasen auf. Wenn alle Arbeit getan ist, wollen die Helfer den Grill anwerfen und den Tag gemütlich ausklingen lassen.

Der Daimler-Mitarbeiter Mark Dussler könnte sich vorstellen, dass die Hilfe keine einmalige Sache bleiben wird. „Schon allein wegen der Nähe zu uns in Möhringen“, sagt er. Der Degerlocher Waldheim-Leiter Jürgen Möck, dem die Arbeit nicht ausgeht, wird es gerne hören.

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