Weil die Garagen zugeparkt waren, konnten die DRK-Ersthelfer nicht rechtzeitig ausrücken. Foto: Martin Müller Foto:  

In Waldenbuch verhindert ein vor den Toren des DRK abgestelltes Fahrzeug das Ausrücken. Hatte dies Folgen?

Die Rettungsfahrzeuge des DRK Ortsvereins stehen stets einsatzbereit im Anbau des Alten Rathauses. Neben den Verkehrsschildern an den beiden Garagentoren in der Marktstraße, die ein absolutes Halteverbot zeigen, weist die Aufschrift DRK nochmals auf die Bedeutung des Parkverbots hin: Müssen bei einem Notruf erst rechtswidrig parkende Fahrzeughalter ausfindig gemacht werden, verstreichen wichtige, oft lebensrettende Minuten. Ein Vorfall am letzten Wochenende in Waldenbuch zeigt deutlich, wie wichtig es ist, Rettungsgassen und Ausfahrten frei zu halten.

 

Um 13.56 geht der Alarm ein

Am vergangenen Samstag wurden die Helfer vor Ort um 13.56 Uhr über ihren Melder zu einem medizinischen Notfall gerufen. Ein Kreislaufstillstand wurde gemeldet. Diese Alarmierung wird sofort in der Rettungszentrale an die Funkempfänger der Helfer vor Ort übertragen. So können diese weit vor dem Eintreffen des nächstgelegenen Rettungsdienstes, der in der Regel zwischen zehn und 15 Minuten benötigt, am Ort des Geschehens sein.

Ersthelfer kommen nicht los

Schnelles Handeln also war am Samstagmittag gefragt und das alarmierte Einsatzteam machte sich sofort auf den Weg. Doch dann wurden die Helfer ausgebremst. Ein vor der DRK-Garage geparktes Fahrzeug verhinderte die Ausfahrt des Rettungswagens. Bis der Fahrzeughalter gefunden war, verstrichen wichtige Minuten, was zu einer erheblichen Verzögerung der lebensrettenden Maßnahmen führte. Eine Entwicklung, die es den Helfern verunmöglichte, dem Patienten mit Kreislaufstillstand eine schnelle medizinische Erstversorgung zukommen zu lassen. Nun ist ein Menschenleben zu be-klagen und die ehrenamtlichen Einsatzkräfte quälen sich mit der Frage, ob sie dieses Leben eventuell hätten retten können.

DRK appelliert an die Bevölkerung

„Dieses tragische Ereignis verdeutlicht die unmittelbaren Konsequenzen, die falsches Parkverhalten haben kann, insbesondere in Situationen, in denen schnelle medizinische Hilfeleistung von entscheidender Bedeutung ist. Der Falschparker darf in jedem Fall eine Anzeige erwarten“, beschreibt Ferdinando Puccinelli, Bereitschaftsleiter des DRK-Ortvereins Waldenbuch, die Situation. Er möchte diesen Vorfall zum Anlass nehmen, einen dringenden Appell an die Bevölkerung zu richten. Jeder sollte seine Verantwortung ernstnehmen. Zufahrten zu Rettungsgaragen, Feuerwehrzufahrten und andere Rettungswege müssen jederzeit frei zugänglich sein, um eine unverzügliche Versorgung im Notfall zu gewährleisten. Solidarität und Verantwortungsbewusstsein seien gefragt, es könnte jeden treffen.